I.  Die  Königlich  Preußische  Forstakademie  Münden.

I.  Gründung  und  Entwicklung.

Im  Frühjahr  1867  wurde  der  damalige  Oberlandforstmeister
v.  Hagen  durch  den  Finanzminister  beauftragt,  die  nach  dem  Kriege
1866  dem  preußischen  Staate  angegliederten  neuen  Provinzen  zu  bereisen.
  Dabei  sollte  er  sich  örtlich  über  den  Zustand  der  Forsten
unterrichten,  Personalkenntnisse  erwerben,  auch  die  Frage  entscheiden,
ob  die  Forstlehranstalt  in  Melsungen  cine  geeignete  Unterlage  sci  für
eine  preußische  Forstakademie.  \Venn  das  nicht  der  Fall  wäre,  so
sollte  v.  Hagen  die  Frage  gründlich  erwägen,  wohin  eine  solche  Anstalt
zu  legen  sei.  Das  Ergebnis  war,  daß  Melsungen  mit  anderen  Orten
auf  die  engere  Wahl  gestellt  wurde.  Als  geeignete  Orte  wurden  im
übrigen  bezeichnet  Clausthal,  Osterode,  ITerzberg,  Münden,  Melsungen,
Marburg,  Wiesbaden,  Dillenburg.

Aus  der  engeren  \Vahl  ging  Münden  als  Siegerin  hervor.  Die
letzte  Entscheidung,  in  welche  Stadt  die  Forstakademie  gelegt  werden
sollte,  hatte  der  König  sich  vorbehalten.  Sie  fiel  am  22.  November  1807.

Um  die  Eröffnung  der  neuen  Forstakademie  nach  Möglichkeit
zu  beschleunigen,  erbot  sich  die  Stadt,  Räume  im  Rathause  herzugeben
und  solange  zur  Benutzung  zu  belassen,  bis  ein  Neubau  fertig  war.
Die  Stadt  brachte  auch  sonst  noch  Opfer  und  räumte  alle  entgegenstehenden
  Hindernisse  mit  anzuerkennender  'Tatkraft  fort.

So  wurde  denn  am  27.  April  1868  die  Akademie  feierlich  eröffnet
  durch  deren  Kurator,  den  Oberlandforstmeister  v.  Hagen.

Das  Lehrerkollegium  bestand  aus  sieben  Mitgliedern,  nämlich
aus  Professor  Dr.  Gustav  Heyer,  Direktor  (Forstwissenschaft),  Oberförster
  Knorr  (Forstwissenschaft),  Oberförster  Schering  (reine  und
angewandte  Mathematik),  Professor  Dr.  Mitscherlich  (Chemie,  Physik,
Mincralogie),  Dr.  Borggreve  (Zoologie  und  Botanik),  Amtsrichter