44  Die  Forstakademien.

gische,  mincralogische  oder  bodenkundliche  Exkursionen  gehalten,
ein  weiterer  Nachmittag  ist  für  die  Studierenden  der  ersten  beiden
Scmester  zu  botanischen  Ausflügen  benutzt,  für  die  älteren  Semester
wird  draußen  im  Walde  cin  Beispiel  für  das  preußische  Yorsteinrichtungsverfahren
  aufgenonmnen  und  später  die  Aufnahme  schriftlich
nach  den  geltenden  Vorschriften  bearbeitet.

Für  das  Wintersemester  werden  wie  im  Sommer  an  fünf  Wochentagen
  je  vier  Vorlesungen  Vormittags  gehalten,  die  Nachmittage  sind
mit  Fächern  belegt,  die  nicht  als  obligatorisch  gelten.

Der  sechste  Wochentag,  der  Sonnabend,  wird  zu  forstlichen  Exkursionen
  benutzt.  Die  meisten  davon  gehen  in  die  Oberförstcreien
Cattenbühl,  Gahrenberg  und  Bramwald.  In  jedem  Jahre  werden  aber
auch  mehrere  cin-  bis  zweitägige  Reisen  in  lehrrciche  Forsten  der
weiteren  Unıgebung  Mündens  unternommen.

Eine  größere  Studienreise  fällt  auf  den  Schluß  des  Sommersemcesters.
  Dice  beiden  Forstakademien  wechseln  sich  hierbei  ab,  in
jedem  zweiten  Jahre  bestimmt  Münden  dic  Auswahl  des  Reiseweges
und  hat  die  Führung,  in  dem  dazwischen  liegenden  fallen  die  betreffenden
Öblicgenheiten  Eberswalde  zu.

IH.  Besuch.

Der  Besuch  der  preußischen  Forstakademien  ist  in  den  um
1880  liegenden  Jahren  cin  abnorm  starker  gewesen  und  stand  in
keinem  Verhältnis  zu  dem  Bedarf.  Die  Hoffnung,  daß  der  Andrang
zur  Laufbahn  sich  von  selbst  abschwächen  würde,  erwics  sich  als
nicht  zutreffend  und  so  mußte  die  Zahl  der  Anwärter  auf20  beschränkt
werden.  Da  die  Studienzeit  zweijährig  und  andrerseits  zwei  Forstakademien
  bestehen,  so  war  die  Normalzahl  für  preußische  Anwärter
für  jede  Akademie  und  jedes  Semester  20.  Wenn  die  Zahl  ctwas
höher  sich  stellte,  so  kam_es  daher,  daß  Studierende  mchr  als  vier
Seniester  auf  der  Forstakademie  blieben,  auch  nachträglich  von  der
Laufbahn  abgingen.  Für  diese  wurden  dann  Ersatzmänncr  zugelassen.
In  neuester  Zeit  ist  die  Zahl  etwas  erhöht.

Aus  diesen  Verhältnissen  erklärt  sich  der  geringe  Besuch  durch
Anwärter  des  preußischen  Dienstes.  \Veitere  Studierende  gingen  der
Akademie  zu  aus  den  Reichslanden  und  den  nordwestlichen  Bundesstaaten,
  namentlich  Braunschweig.  Die  Zulassung  von  solchen  Anwärtern
  des  Privat-  und  Kommunaldienstes  und  von  solchen  des
Auslandes,  Deutschen,  die  nicht  das  Zeugnis  der  Reife  von  Gymna-