II.  Die  Königlich  Preußische  Forstakademie  Eberswalde.

I.  Gründung  und  Entwicklung.

Die  Errichtung  der  Forstakademie  Eberswalde  ist  aus  der
Erkenntnis  hervorgegangen,  daß  die  Forstwissenschaft  ohne  einen
Unterrichtswald  nicht  in  erfolgreicher  Weise  gelehrt  und  erlernt  werden
könne.  Die  auf  Grund  der  Allerhöchsten  Kabinettsorder  vom  12.  Februar
1820,  in  Verbindung  mit  der  Universität  zu  Berlin,  begründete  und
Ostern  1821  eröffnete  Forstakademie  war  mit  hervorragenden  Lehrkräften
  und  allen  Hilfsmitteln  der  Universität  ausgestattet.  Dice  geistige
Bedeutung  Pfeils,  welcher  im  April  1821  als  Lehrer  der  Forstwissenschaft
  und  außerordentlicher  Professor  nach  Berlin  berufen  und  zum
Oberforstrat  ernannt  worden  war,  seine  \aldkenntnis,  sein  anregender
Vortrag  und  scince  Leistungen  auf  literarischem  Gebiet  übten  eine
große  Anziehungskraft  aus.  Die  Grund-  und  Hilfswissenschaften,  insbesondere
  die  Naturwissenschaften,  Mathematik  und  Rechtskunde
wurden  unter  Berücksichtigung  der  Bedürfnisse  des  Forstwesens  zumeist
  von  Universitätsprofessoren  vorgetragen.  Zum  Unterricht  im
Walde  dienten  forstliche  Exkursionen  und  Reisen  während  der
Universitätsferien.  Von  seiten  der  höchsten  Forstbehörde,  welche
durch  die  beiden  Oberlandforstmeister  Georg  Ludwig  Hartig  und
von  Wintzingerode  vertreten  wurde,  sowie  seitens  des  Finanzministeriums
  wurde  die  neue  Akademie  auf  das  kräftigste  gefördert.
Dessen  ungeachtet  erfüllten  sich  die  Erwartungen,  welche  man  von
derselben  gehegt  hatte,  nicht.  In  den  forstlichen  Prüfungen  trat  ein
auffallender  Mangel  an  praktischen  Kenntnissen  sowohl  nach  der
naturwissenschaftlichen  als  nach  der  forsttechnischen  Richtung  hervor.
Pfeil  betonte  auf  das  entschiedenste,  daß  ohne  dauernden,  die  Vorträge
  begleitenden  Anschauungsunterricht  im  Walde  eine  ausreichende
wissenschaftliche  und  insbesondere  praktische  Ausbildung  des  Forstmannes
  nicht  erzielt  werden  könne.  Die  Richtigkeit  dieses  Stand-