48  Die  Forstakademien.

punktes  wurde  bald  auch  an  maßgebender  Stelle  erkannt.  So  wurde
auf  Antrag  des  Finanzministers  von  Motz  durch  Allerhöchste
Kabinettsorder  vom  27.  März  1830  die  Errichtung  der  Forstlehranstalt
  zu  Eberswalde  genehmigt.

Am  1.  Mai  1830  begannen  die  Vorlesungen.  Zur  Beschaffung
der  crforderlichen  Räume  für  den  Unterricht,  die  Sammlungen,
Bibliothek,  Geschäftsleitung  usw.  war  ein  Gebäude  angekauft  worden,
welches  heute  nur  noch  die  Geschäftsräume  und  die  Bibliothek,  sowie
die  Dircktorialwohnung  enthält.

Das  Lehrerkollegium  bestand  aus:  Pfeil  für  Forst-  und  Jagdwissenschaft,
  Ratzeburg  für  die  naturwissenschaftlichen  Fächer,
Schneider  für  die  mathematischen  Fächer.

Das  Regulativ  vom  15.  August  1830  regelte  die  Einrichtung  der
neuen  Forstlehranstalt,  die  Bestimmungen  vom  21.  März  1831  den
gesamten  Ausbildungsgang  für  den  Forstverwaltungsdienst.  Als  Vorbildung
  wurde  das  Reifezeugnis  von  cinem  Gymnasium  oder  einer
höheren  Bürgerschule,  anstatt  der  letzteren  später  einer  Realschule
I.  Ordnung  verlangt.  Die  Ausbildung  begann  mit  einer  mindestens
einjährigen  forstlichen  Lehrzeit,  hieran  schloß  sich  ein  ein-  bis  zweijähriger
  Besuch  der  Forstakademie  oder  einer  Universität  mit  forstwissenschaftlichem
  Kursus.  Nach  Beendigung  dieses  kurzen  Ausbildungsganges
  konnte  die  OÖberförster-Prüfung  abgelegt  werden.
Um  zu  den  höheren  Verwaltungsstellen  zu  gelangen,  war  außerdem
das  Studium  der  Staats-  und  Rechtswissenschaften  auf  einer  Universität
erforderlich,  ferner  die  Ablegung  der  Prüfung  als  Regierungs-  und
Forstreferendarius  und  schließlich  der  Assessorprüfung  bei  der  Oberexaminationskommission.
  Die  neue  Forstakademie,  welche  für  die
forsttechnische,  wissenschaftlich  begründete  Ausbildung  der  Forstverwaltungsanwärter
  zu  sorgen  hatte,  war  dem  Finanzministerium
unterstellt.  An  der  Spitze  der  Akademie  stand  Pfeil  als  Direktor,
welcher  auch  die  Bewirtschaftung  der  benachbarten  Lehrforsten,  der
damaligen  Oberförstereien  Biesenthal  und  Licpe,  leitete.  Als  Kuratoren
  fungierten  der  Oberlandforstmeister  von  Wintzingerode  und
der  Professor  Lichtenstein.

Gleichzeitig  blieben  jedoch  an  der  Universität  Berlin,  hauptsächlich
  für  die  Studierenden  der  Kameralwissenschaften,  die  Vorlesungen
  über  Forstwissenschaft  bestehen,  welche  der  zum  Universitätsprofessor
  ernannte  Oberlandforstmcister  G.  L.  Hartig  nebst  seinem
Sohne  und  Assistenten  Theodor  Hartig  übernommen  hatte.

Die  forstwissenschaftlichen  Vorlesungen  in  Berlin  wurden  jedoch