Die  Königlich  Preußische  Forstakademie  Eberswalde.  49

wenig  besucht  und  fanden  ihr  Ende,  als  G.  1.  Hartig  am  2.  Februar
1837  starb  und  Th.  Hartig  einen  Ruf  als  Professor  der  Forstwissenschaft
  an  das  Carolineum  in  Braunschweig  zum  1.  April  1838  erhielt.

Bereits  von  Ostern  1831  ab  wurde  der  zweijährige  Unterrichtsplan
  in  Eberswalde  endgültig  eingeführt.  Im  November  1831  erfolgte
  nach  dem  Tode  des  Oberlandforstmeisters  von  Wintzingerode
die  Bestallung  des  Geheimen  Finanz-Rates  und  späteren  Oberlandforstmeisters
  von  Reuß  zum  Kurator  der  Akademie.  In  den  Jahren
1831  und  1832  wurde  der  forstbotanische  Garten  angelegt.  Mit  dem
Jahre  1836  begannen  auch  die  Vorlesungen  über  forstliche  Rechtskunde.


Im  Jahre  1837  wurde  nach  den  Plänen  des  Geheimen  Oberbaurats
  Eytelwein  eine  Kiefernsamendarre  erbaut,  welche  später
im  Jahre  1899  nach  einem  neuen  System  des  Landbauinspektors  von
Pentz  umgebaut  worden  ist.

Die  politischen  Stürme  des  Jahres  1848  gingen  auch  an  der
Forstakademie  Eberswalde  nicht  ganz  spurlos  vorüber.  Die  Forderungen
der  Studierenden  betreffs  Lehr-  und  Lernfreiheit,  Vermehrung  der
Lehrkräfte,  Unterstellung  der  Akademie  unter  das  Kultusministerium
und  Übertragung  der  Disziplinargewalt  an  das  Lehrerkollegium  wurden
vom  Finanzminister  abgelehnt.

Die  Verordnung  vom  17.  März  1850  hob  das  Regulativ  über
den  Ausbildungsgang  vom  31.  März  1831  auf.  Nunmehr  folgte  nach
einer  einjährigen  Lehrzeit  auf  einer  Oberförsterei  ein  zweijähriger
Besuch  der  Forstakademie,  welcher  mit  dem  ersten  forstlichen  Examen
(Tentamen)  in  den  Grund-  und  Hilfswissenschaften  und  in  der  Theorie
der  Forstwissenschaft  abschloß.  Es  folgte  dann  eine  zweijährige
praktische  Tätigkeit  im  Walde  und  in  der  Verwaltung  und  darauf
das  Oberförster-Examen.  Der  obligatorische  Besuch  einer  Universität
für  den  Zutritt  zu  den  höheren  Stellen  war  somit  aufgegeben  und
die  forstliche  Bildungsaufgabe  in  theoretischer  Hinsicht  der  Forstakademic
  allein  überwiesen.

Bis  Ostern  1851  hatte  Pfeil  die  Aufgabe  des  gesamten  forsttechnischen
  Unterrichts  allein  bewältigt.  Mit  Rücksicht  auf  die  bedeutende
  Erweiterung  und  Vertiefung  der  Wissenschaft  vom  Walde
und  das  hohe  Alter  Pfeils  wurde  der  Revierverwalter  der  Lchroberförsterei
  Liepe,  Oberförster  Bando,  als  zweiter  forstlicher  Dozent
eingestellt.

Am  Schlusse  des  Somniersemesters  1859  schied  Pfeil  aus  seinem
Amte,  schon  wenige  Wochen  später,  am  4.  Scptember  1859  creilte

Das  Unterrichtswesen  im  Deutschen  Reich.  IV.  a.  4