s0  Die  Forstakademien.

ihn  der  Tod.  Mit  ihm  ging  ein  Mann  reich  an  produktiven  Gedanken,
von  hoher  Spannkraft  des  Geistes  und  unvenwüstlicher  Arbeitskraft
dahin,  der  lange  Zeit  eine  führende  Stellung  in  der  forstlichen
Wissenschaft  eingenommen  hatte.

Sein  Nachfolger  wurde  der  Oberforstmeister  Grunert.  Es  traten
nunmehr  verschiedene  Veränderungen  interner  Natur  für  die  Akademic
ein.  Nachdem  ferner  im  Jahre  1863  der  Nachfolger  von  Reuß,  der
Oberlandforstmeister  von  Hagen  zum  Kurator  bestellt  worden  war,
fand  auch  eine  Revision  des  Ausbildungsgangs  für  den  Forstverwaltungsdienst
  statt,  insbesondere  wurde  zur  Vorbereitung  für  die
höheren  Verwaltungsstellen  ein  zweijähriges  Studium  der  Rechts-  und
Kameralwissenschaften  auf  einer  Universität  hinzugefügt.  Die  Lehrmittel
  wurden  durch  Anlage  eines  zweiten,  ausgedehnten  Forstgartens
bei  Chorin  in  der  damaligen  Lehroberförsterei  Liepe  vermehrt.

Für  die  Studierenden  wurden  vom  Finanz-Ministerium  die  Statuten
vom  21.  Februar  1866  erlassen.  Auch  wurden  in  den  sechziger  Jahren
die  ersten  Beobachtungsflächen  für  Kulturversuche  und  Waldstreunutzung
  angelegt.

Schon  am  1.  Oktober  1866  schied  Gruncrt  wieder  aus  und  übernahm
  die  Leitung  der  Forstverwaltung  bei  der  Königl.  Regierung  zu
Trier;  zu  seinem  Nachfolger  wurde  der  Forstinspektor  Danckelmann
zu  Potsdam  berufen.  Unter  seiner  fast  35  Jahre  lang  währenden
Leitung  entwickelte  sich  die  Akademie  zu  ihrer  höchsten  Blüte!
Durch  Einrichtung  des  chemischen  Laboratoriums  wurde  von  dem
gleichen  Zeitpunkt  ab  Lothar  Meyer  als  Professor  der  anorganischen
Naturwissenschaften  an  die  Akademie  berufen.  Schon  nach  2  Jahren
folgte  derselbe  einem  Ruf  als  Professor  der  Chemie  an  das  Polytechnikum
zu  Karlsruhe.  An  scine  Stelle  trat  zum  1.  Oktober  1868  Remele.
Im  Jahre  1867  erfolgte  die  Berufung  Robert  Hartigs,  eines  Enkels
des  früheren  Oberlandforstmeisters  G.  L.  Hartig,  zum  Nachfolger
Ratzeburgs  als  Hilfslehrer  für  die  organischen  Naturwissenschaften.
Die  letzteren  erfuhren  eine  weitere  Trennung  bereits  im  Jahre  1869,
indem  Hartig  die  Professur  für  Botanik  erhielt,  während  die  Professur
für  Zoologie  dem  zum  Professor  ernannten  Privatdozenten  an  der
Akademie  Münster,  Altunı,  übertragen  wurde.

Die  Besetzung  der  Vorträge  über  Rechtskunde,  für  welche  eine
besondere  Professur  nicht  geschaffen  wurde,  wechselte  häufig.

Der  deutsch-französische  Krieg  führte  am  20.  Juli  1870,  nachdem
fast  sämtliche  Studierende  in  die  Armee  eingetreten  waren,  zur