Die  Königlich  Preußische  Forstakademie  F.berswalde.  53

meister  Dr.  Martin  unter  gleichzeitiger  Übernahme  der  forstlichen
Vorlesungen,  welche  bisher  schon  mit  dieser  Stelle  verbunden  waren.
Nachdem  am  1.  Februar  1900  Altum  verstorben  war,  wurde  Dr.
Eckstein  zum  Professor  der  Zoologie  ernannt.

Am  19.  Januar  1901  trat  ein  Ereignis  von  einschneidender
Bedeutung  sowohl  für  die  Verfassung  der  Akademie  als  insbesondere
für  das  gesamte  forstliche  Unterrichtswesen  in  Preußen  ein.  Der
langjährige  Akademiedirektor,  Landforstmeister  Dr.  Danckelmann
schied  aus  dem  Leben.  Mit  ihm  ging  ein  überzeugter  Vertreter  der
isolierten  forstlichen  Fachschule  dahin,  cin  Mann,  dessen  Name  in
Wissenschaft  und  Praxis  weit  über  die  Grenzen  seines  Vaterlandes
hinaus  einen  guten  Klang  besaß,  ein  Mann  von  bewunderswerter
Arbeitskraft  und  unvergänglichen  Verdiensten  um  den  forstlichen  Beruf
und  insbesondere  um  die  Eberswalder  Akademie.

Schon  bald  nach  seinem  Tode  fand  die  Frage,  ob  Akademie
oder  Universität,  die  lebhafteste  Frörterung,  nicht  nur  bei
den  zuständigen  höchsten  Behörden,  sondern  in  der  gesamten
fachwissenschaftlichen  Literatur  Deutschlands.  Zahlreiche  Stimmen
befürworteten  die  Verlegung  des  forstlichen  Unterrichts  an  die
Universität,  insbesondere  aus  den  Reihen  der  deutschen  Universitätslehrer,
  aber  auch  unter  den  preußischen  Forstleuten  in  den  verschiedensten
  wissenschaftlichen  und  verwaltenden  Stellungen.  So
machte  sich  im  Gegensatz  zur  Verlegung  des  forstlichen  Unterrichts
von  der  Universität  Berlin  im  Jahre  1830  an  die  isolierte  Fachschule
Eberswalde  nunmehr  die  rückläuge  Strömung  geltend,  welche  die
Rückkehr  zur  Universität  forderte.  Die  Erfolge  der  Universitäten
mit  forstlichen  Abteilungen  wie  München,  Tübingen,  Gießen  schienen
auch  dafür  zu  sprechen.  Trotzdem  blieb  die  Zahl  der  Anhänger  der
isolierten  Fachschule  eine  nicht  geringe.  Die  Entscheidung  an  maßgebender
  Stelle  fiel  abermals  zugunsten  der  Akademien  aus;  dieselben
  wurden  beibehalten  und  einer  Reorganisation  in  Verbindung
mit  der  Herausgabe  neuer  Bestimmungen  über  die  Ausbildung  und
Prüfung  für  den  Forstverwaltungsdienst  vom  25.  Januar  1903  unterworfen.
  Ausschlaggebend  war  wie  1830  die  Würdigung  der  Bedeutung
  des  Unterrichtswaldes..  Die  Abänderungen  waren  jedoch
nicht  von  einschneidender  Natur,  der  Charakter  der  Akademie  als
solcher  mit  dircktorialer  Verfassung  wurde  bewahrt.

Das  erste  forstliche  Examen  (Referendarexamen)  wurde  von
Eberswalde  bezw.  Münden  nach  Berlin  verlegt,  an  den  Prüfungen
sind  die  Akademieprofessoren  mit  2  Ausnahmen  nicht  mehr  beteiligt.