Die  Königlich  Bayerische  Forstliche  Tochschule  Aschaffenburg.  67

Jahre  1832  nach  13jährigem  Bestehen  die  Aufhebung  der  National-Forstlehranstalt.


Es  war  dies  um  so  mißlicher,  als  in  Bayern  keinerlei  weitere  Anstalt
  für  den  forstlichen  Unterricht  bestand.  So  mußten  sich  diejenigen,
  welche  in  den  Staatsforstdienst  treten  wollten,  zunächst  mit
einer  rein  praktischen  Ausbildung  bei  einem  Forstbeamten  begnügen;
wer  höher  strebte,  besuchte  nach  entsprechender  Vorbildung  die
Universität  München,  wohin  man  2  Professoren  der  aufgehobenen
Aschaffenburger  Anstalt  berufen  hatte.  Allein  diese  Ausbildung  der
künftigen  Forstbeamten  erwies  sich  doch  je  länger  je  mehr  als  unzureichend,
  und  die  Regierung  faßte  den  Plan  zur  Errichtung  eines
neuen  Forstinstituts  ins  Auge.  Lange  schwankte  die  Wahl,  wohin
dasselbe  zu  legen  sei  —  die  Vorliebe,  welche  König  Ludwig  I.  für
Aschaffenburg  hegte,  dessen  schönes  Schloß  er  alljährlich  wochenlang
bewohnte,  ließ  ihn  die  Entscheidung  für  diese  Stadt  treffen,  und  so
wurde  diesclbe  abermals  die  Bildungsstätte  der  bayerischen  Forstbeamten
  und  ist  es  geblieben  bis  zum  heutigen  Tag.

So  trat  denn  im  Jahre  1844  die  Forstschule  Aschaffenburg  ins
Leben.  Sie  war  zunächst  nur  als  Schule  für  das  niedere  Verwaltungspersonal
  bis  zum  Revierförster  einschlüssig  gedacht,  während
die  Aspiranten  des  höheren  Forstdienstes  auch  fernerhin  die
Universität  München  besuchen  sollten.  Doch  erlosch  der  forstliche
Unterricht  in  München  schon  im  Jahr  1848.  —  Entsprechend  jenem
Zweck  war  auch  die  Ausstattung  der  Forstschule;  ihr  auf  2jährige
Studienzeit  begründeter  Lehrplan,  ihre  Besetzung  mit  nur  4  Lehrkräften,
  die  geforderte  Vorbildung  der  Studierenden  waren  in  sehr
bescheidenem  Rahmen  gehalten,  der  ganze  Unterrichtsbetrieb  wie  die
Satzungen  den  Anforderungen  einer  höheren  Lehranstalt  nur  in
beschränktem  Maße  entsprechend.

Diese  Mängel  machten  sich  bald,  je  länger  je  mehr,  geltend,
und  im  Jahr  1858  fand  denn  eine  einschneidende  Reorganisation  der
Forstschule  und  des  forstlichen  Unterrichtes  statt.  Die  erstere  wurde
zum  Rang  einer  Zentralforstlehranstalt  erhoben,  die  Zahl  der  Professoren
um  2  vermehrt,  die  Studienzeit  auf  6  Semester  verlängert,  deren
erstes  als  sogenannte  forstliche  Vorlehre  auf  einem  Forstrevier  zuzubringen
  war.  Von  sämtlichen  Studierenden  wurde  volle  Maturität
gefordert  und  denselben  frei  gestellt,  nach  Absolvierung  Aschaffenburgs
noch  ein  Jahr  lang  den  sogenannten  staatswirtschaftlichen  Kurs  an
der  Universität  München  (unter  Anrechnung  als  Praxis)  zu  besuchen.

Diese  Neuorganisation  war  ein  entschiedener  Fortschritt,  be-5*

