68  Die  Forstakademien.

deutete  eine  Hebung  der  Anstalt  und  des  forstlichen  Unterrichtes  —
aber  nach  ihrem  Lehrplan,  ihrer  Organisation  entsprach  sie  den  Anforderungen
  einer  wirklichen  Hochschule  noch  nicht.  Zur  Hochschule
aber,  zum  Übergang  des  forstlichen  Unterrichts  an  die  Universität,
drängte  die  steigende  Entwicklung  der  Forstwissenschaft  mehr  und
mehr,  wie  in  andern  Staaten,  so  auch  in  Bayern  —  und  vom  Jahr
1871  an  machte  sich  unter  dem  jüngeren  Teil  der  Professoren  an  der
Zentralforstlehranstalt  das  Streben  nach  einer  abermaligen  Umgestaltung
  der  letzteren  geltend,  ein  Streben,  das  schließlich  in  den
direkten  Antrag  auf  Angliederung  des  forstlichen  Unterrichtes  an  eine
Universität  überging.

Diese  Strömung  nach  der  Universität  hin  fand  vom  Jahr  1875
ab  einen  eifrigen  Förderer  in  dem  damaligen  Referenten  für  das
forstliche  Unterrichtswesen,  Forstrat  Ganghofer,  und  bereits  im.Jahr
1876  brachte  die  Regierung  einen  Antrag  auf  Verlegung  des  gesamten
forstlichen  Unterrichtes  an  die  Universität  bei  dem  Landtag  ein  und
forderte  die  hierzu.  nötigen  Mittel.  Dieselben  wurden  jedoch  nicht
bewilligt,  und  zwei  Jahre  später  wurde  dieser  von  der  Regierung
wiederholte  Antrag  abermals  abgelehnt;  dagegen  fand  ein  von  dem
neuen  Finanzminister  von  Riedel  in  der  gleichen  Session  eingebrachter
  Vermittlungsvorschlag:  die  forstliche  Vorlehre  aufzuheben,
die  Studienzeit  auf  4  Jahre  zu  verlängern  und  von  dieser  Zeit  2  Jahre
der  Forstlehranstalt  Aschaffenburg,  die  beiden  andern  der  Universität
München  unter  entsprechender  Verteilung  des  Lehrstoffes  zuzuweisen
—  die  Zustimmung  des  Landtages  und  des  Reichsrates;  mit  dem
1.  September  1878  trat  diese  Neugestaltung  des  forstlichen  Unterrichtes
  ins  Leben,  und  für  die  Forstlehranstalt  begann  ein  neuer
Lebensabschnitt.  Sie  erhielt  jene  Organisation,  welche  sie  jetzt  nach
25  Jahren  noch  nahezu  unverändert  besitzt;  die  ursprüngliche  Bezeichnung
  „Forstlehranstalt“  wurde  im  Jahre  1899  in  die  ihrer  derzeitigen
  Gestaltung  entsprechendere  einer  „Forstlichen  Hochschule“
umgeändert.

II.  Derzeitige  Organisation  der  Forstlichen  Hochschule.

Die  Aufgabe  derselben  besteht  darin,  den  Studierenden  der
Forstwissenschaft  in  2jähriger  Studienzeit  zunächst  die  nötige  naturwissenschaftliche
  Grundlage  für  jene  Wissenschaft  zu  geben:  Physik,
anorganische  und  organische  Chemie,  Mineralogie  mit  Geologie,
Botanik  und  Zoologie  sind  die  zunächst  hierzu  nötigen  Fächer.  In