70  Die  Forstakademien.

von  den  Professoren  eine  Anzahl  Fächer,  namentlich  forstlicher,  welche
die  Staatsdienstaspiranten  erst  in  München  hören,  als  Privatissıma
gelesen.

Die  Zahl  der  Studierenden  hat  von  1878  bis  1894  im  Jahresdurchschnitt
  100  —  85  Staatsdienstaspiranten,  15  Hospitanten  —  betragen.
  In  den  Jahren  1893,  1894,  1895  stieg  nun  der  jährliche  Zugang
  in  einer  mit  dem  Bedarf  des  Königreiches  in  solchem  Mißverhältnis
  stehenden  Weise  —  dem  Bedarf  von  durchschnittlich  20  Verwaltungsbeamten
  pro  Jahr  stand  ein  Zugang  von  54,  66,  76  Aspiranten
  gegenüber!  —  daß  sich  die  Staatsregierung  zu  einer  einschneidenden
  Maßregel  gedrängt  sah:  zur  Beschränkung  der  jährlichen
Aufnahme  von  Staatsdienstaspiranten,  zunächst  vom  Jahr  1896  an
auf  jährlich  40,  von  1899  an  sogar  auf  20  Mann.  Unter  dieser  Beschränkung
  ist  selbstverständlich  die  Frequenz  der  Hochschule  sehr
gesunken,  nachdem  sie  im  Studienjahr  1895/96  mit  176  Studierenden
—  154  Staatsdienstaspiranten  und  22  Hospitanten  —  die  größte
Frequenz  seit  ihrem  Bestehen  erreicht  hatte.  Die  Zahl  der  Studierenden
beträgt  nunmehr  im  Durchschnitt  der  letzten  Jahre  etwa  60,  worunter
etwa  15  Hospitanten  (aus  Bayern,  Österreich  und  vereinzelt  aus
anderen  Staaten)  sich  befinden.

Eine  Aufhebung  jener  beschränkenden  Bestimmung  ist  in  absehbarcr
  Zeit  nicht  zu  erwarten.

IV.  Einnahmen  und  Ausgaben.

Die  Einnahmen  der  Hochschule  bestehen  lediglich  aus  den
Matrikel-  und  Zeugnisgebühren,  die  zu  3/,  dem  Direktor  und  !/,  dessen
Assistenten  zufallen,  und  aus  den  Kollegienhonoraren,  welche  in  der
Höhe  von  75  M.  pro  Jahr  von  den  Staatsdienstaspiranten,  von  120  M.
von  den  Hospitanten  erhoben  und  nach  geringem  Abzug  für  Änstaltszwecke
  (Bibliothek)  zur  Verteilung  unter  die  Professoren  und  Dozenten
gelangen.

Alle  Ausgaben  werden  aus  den  bewilligten  etatsmäßigen  Staatsmitteln
  gedeckt;  dieselben  beziffern  sich  pro  Jahr  auf  rund  47  000  M.
nach  folgenden  Hauptpositionen:

Gehaltsbezüge  -.  .  »  »  2  2  ..2.2..2...36500  M.

Regicerfordernisse  (Schreibmaterial,  Porto,
Möbel,  Beheizung  und  Beleuchtung)  .  2800  ,„