%  Landwirtschaftliche  Tlochschulen.

Eine  bedeutsame  Erweiterung  erfuhr  die  Akademie  dadurch,
daß  im  Jahre  1883  mit  ihr,  ohne  Änderung  ihres  bisherigen  Namens,
eine  Hochschule  für  Geodäsie  und  Kulturtechnik  verbunden
wurde.  Dieselbe  erfreute  sich  bald  eines  starken  Zuspruchs,  da  nur
auf  ihr  oder  auf  der  landwirtschaftlichen  Hochschule  in  Berlin  das  für
den  Bereich  der  preußischen  Monarchie  für  vereidete  Landmesser
erforderte  Staatscxamen  abgelegt  werden  konnte.

Während  ihres  nunmehr  56  jährigen  Bestehens  hat  die  Akademic
Bonn-Poppelsdorf  mancherlei  Umgestaltungen,  Vergrößerungen  und
Verbesserungen  erfahren.  Sie  erstreckten  sich  auf  die  Organisation
im  ganzen,  auf  den  Lehrkörper,  auf  die  ihr  zugehörigen  Zweiginstitute
und  die  ihnen  dienenden  Gebäude,  auf  die  Sammlungen,  die  Bibliothek
und  endlich  auf  die  zur  Unterhaltung  der  Akademie  bestimmten
Staatsmittel.  Ihr  gemeinschaftlicher  Zweck  war,  die  Akademie  auf  der
Höhe  zu  erhalten,  welche  den  in  Wissenschaft  und  Praxis  gemachten
Fortschritten  Rechnung  trug,  sowie  den  mit  der  Zeit  fortdauernd  gestiegenen
  Ansprüchen  an  eine  landwirtschaftliche  Hochschule  genügte.
In  wie  weit  und  in  welcher  Art  dies  Ziel  erreicht  ist,  soll  die  nachfolgende
  Darstellung  des  gegenwärtig  vorhandenen  Zustandes  vor
Augen  führen.

II.  Gegenwärtige  Organisation.

Die  Akademie  ressortiertt  von  dem  Ministerium  für  Landwirtschaft,
  Domänen  und  Forsten  und  steht  mit  diesem,  ohne
jede  Zwischeninstanz,  in  unmittelbarem  amtlichen  Verkehr.  Ihre
obere  Leitung  liegt  in  den  Händen  des  Direktors,  der  erster  Lehrer
für  Landwirtschaft  und  außerdem  ordentlicher  Professor  an  der  Universität
  Bonn  ist.  Neben  dem  Direktor  wirken  noch  zehn  ordentliche
Professoren  mit  dem  Range  von  Universitätsprofessoren.  Zwei  von
ihnen  sind  wie  der  Direktor  (für  Betriebslehre)  Lehrer  der  Landwirtschaft
  (für  Pflanzen-  und  für  Tierproduktionslehre),.  Außerdem
ist  je  ein  ordentlicher  Professor  angestellt  für  1.  Chemie  und  Technologie,
  2.  Physik  und  Maschinenkunde,  3.  Botanik,  4.  Tierphysiologie,
  5.  Meliorationswesen  und  Baukundce.  L.ediglich
für  den  Unterricht  der  Landmesser  bestimmt  sind  3  ordentliche
Professuren,  nämlich  zwei  für  Geodäsie  und  eine  für  Mathematik.
Die  hier  nicht  genannten,  aber  für  das  Studium  der  Landwirtschaft
erforderlichen  Disziplinen  werden  von  Männern  vertreten,  die  an  der
Akademie  als  Hilfslehrer  wirken,  deren  Hauptberuf  aber  ein  anderer