Die  Königlich  Württembergische  landwirtschaftliche  Akademie  Hohenheim  (U)

Molkerei,  die  technische  Fabrik  (Brennerei  und  Brauerei  —  s.  o.),  das
landwirtschaftliche  Versuchsfeld,  die  Obstbaumschule,  der  Gemüseund
  der  Blumengarten  gehören.  Die  Gutswirtschaft  zerfällt  in  zwei
tatsächlich  (nicht  auch  etatsrechtlich)  vollständig  getrennte  Teile.  Der
eine  dient  ausschließlich  den  Interessen  des  Unterrichts  und  der
Landeskultur,  der  andere  dagegen  ist  zur  Hervorbringung  eines  möglichst
  hohen  Reinertrags  bestimmt.  Auch  bei  der  Reinertragswirtschaft
wird  übrigens  in  gewissem  Umfang  den  Interessen  des  Unterrichts
Berücksichtigung  zu  teil,  wodurch  natürlich  der  Verfolgung  ihres
Hauptzwecks  Eintrag  geschieht.  Doch  wurde  in  den  letzten  Jahren
trotzdem  ein  nicht  unbeträchtlicher  Reinertrag  erzielt.

3.  Die  Ackerbauschule  und  die  Gartenbauschule.

An  Private  verpachtet  und  darum  nur  in  losem  Zusammenhang
mit  der  Gesamtanstalt  stehend  ist  die  Ackergerätefabrik  und  die
Kunstmühle.

Der  Akademiedirektor  ist  zugleich  Direktor  der  Gesamtanstalt.
Zur  Seite  stehen  ihm  bei  Leitung  der  letzteren  und  ihrer  Zweige  ein
höherer  Verwaltungsbeamter,  ein  Kassier  und  ein  Buchhalter  sowie
die  Vorstände  der  Einzelinstitute,  bei  Leitung  der  Gutswirtschaft  im
besonderen  die  Professoren  der  Landwirtschaft,  der  Tierheilkunde  und
der  Technologie,  ferner  ein  Wirtschaftsinspektor,  ein  Wirtschaftsassistent
  und  eine  Anzahl  von  Unterorganen.

HI.  Lehrplan  und  Lehrmittel.

An  der  Akademie  werden  sämtliche  landwirtschaftliche  Fachwissenschaften,
  sowie  deren  Grund-  und  Hilfswissenschaften  im  Lauf
von  4  Semestern  vorgetragen.  Es  werden  Vorlesungen  gehalten  über
Geschichte  und  Literatur  der  Landwirtschaft,  landwirtschaftliche
Betriebs-  und  Taxationslehre,  Hohenheimer  Gutsbetrieb,  allgemeine
und  spezielle  Tierproduktionslehre  (Rinder-,  Pferde-,  Schweine-,  Schaf-,
Geflügel-,  Fisch-  und  Bienenzucht),  Molkereiwesen,  allgemeine  und
spezielle  Pflanzenproduktionslehre,  Maschinen-  und  Gerätekunde,
Züchtung  landwirtschaftlicher  Kulturpflanzen,  Hopfen-  und  Tabaksbau,
Wiesen-  und  Weiden-,  Wein-,  Obst-  und  Gemüsebau,  landwirtschaftliche
  Technologie,  Anwendung  der  Elektrizität  in  der  Landwirtschaft,
Experimentalphysik,  Meteorologie  und  Klimatologie,  organische  und
anorganische  Experimentalchemie,  Agrikulturchemie  einschließlich  der
Dünger-  und  Fütterungslehre,  landwirtschaftliche  Bakteriologie,  Botanik,
Anatomie  und  Physiologie  der  Pflanzen,  Pflanzenkrankheiten  und

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