100  Landwirtschaftliche  Tlochschulen.

Pflanzenschutz,  landwirtschaftliche  Samenkunde,  Zoologie,  Anatomie
und  Physiologie  der  Haussäugetiere,  Tierheilkunde,  tierärztliche
Geburtshilfe  und  Hufbeschlagslehre,  Geologie,  Entwicklungsgeschichte
der  Erde,  landwirtschaftliche  Baukunde,  Geodäsie,  Forstwissenschaft,
Volkswirtschaftslehre,  Landwirtschaftsrecht,  landwirtschaftliche  Handelskunde
  und  Buchhaltung,  erste  Hilfeleistung  bei  Unglücksfällen.

Von  der  Gesamtzahl  der  Vorlesungsstunden  fällt  etwa  ein  Drittel
auf  die  rein  landwirtschaftlichen  Fächer.

An  die  Vorlesungen  schließen  sich  Demonstrationen,  Übungen
und  Exkursionen  an.

Zum  Anschauungsunterricht,  zu  Übungen  und  wissenschaftlichen
Arbeiten  stehen  der  Akademie  zu  Gebot  die  über  18000  Bände  enthaltende
  Bibliothek  (mit  Lesezimmer),  die  Gutswirtschaft,  das  landwirtschaftliche
  Versuchsfeld,  der  botanische  Garten,  der  Rassenstall,
die  Maschinenhalle,  das  chemische  Laboratorium,  die  meteorologische
Station  (1.  Ordnung),  das  Königliche  Staatsforstrevier,  ferner  die  landwirtschaftliche
  und  technologische  Modellsammlung,  die  Woll-,  Schädel-,
Boden-,  Dünger-  und  Produktensammlungen,  die  veterinär-anatomischpathologische
  Sammlung,  die  physikalische,  botanische,  mineralogischgeognostische
  und  forstliche  Sammlung.  Weiterhin  dienen  neben  ihren
besonderen  Aufgaben  auch  Lehrzwecken  der  Akademie  die  oben  angeführten
  Einzelinstitute.

IV.  Prüfungen,  Preise.

Am  Ende  jedes  Semesters  finden  2  Arten  von  Prüfungen  statt:
Diplom-  und  Semestralprüfungen.  Beide  zerfallen  in  einen  schriftlichen
und  einen  mündlichen  Teil.  An  den  Diplomprüfungen  können  nur
ordentliche,  d.  h.  mit  der  wissenschaftlichen  Befähigung  für  den  Einjährig-Freiwilligendienst
  oder  einer  gleichwertigen  Vorbildung  ausgestattete
  Studierende,  an  den  Semestralprüfungen  auch  außerordentliche
  Studierende  teilnehmen.  Bei  den  Semestralprüfungen  steht  die
Wahl  der  Prüfungsfächer  den  Studierenden  frei,  bei  den  Diplomprüfungen
  bildet  landwirtschaftliche  Betriebs-  und  TaxationsiIchre  einen
ständigen  Prüfungsgegenstand  für  den  schriftlichen  und  mündlichen
Teil,  die  übrigen  5  Fächer,  in  denen  schriftlich  geprüft  wird,  werden
ausgelost.  Die  schriftliche  Prüfung  vollzieht  sich  in  der  Weise,  daß
aus  jedem  Prüfungsfach  eine  Frage  gestellt  wird,  zu  deren  unter  Aufsicht
  und  ohne  Benutzung  literarischer  Hilfsmittel  erfolgenden  Bearbeitung
  den  Kandidaten  ein  Zeitraum  von  je  4  Stunden  zur  Ver-