126  Tierärztliche  Hochschulen.

Veterinärpolizei,  Pathologisch-histologische  Übungen,  Pathologischanatomische
  Demonstrationen  in  Verbindung  mit  Sektionsübungen,
Bakteriologie  der  Tierseuchen,  Sanitätspolizeiliche  Milchkunde,  Tierische
Parasiten,  Geschichte  der  Tierheilkunde,  Repetitorium  der  Physiologie.

VI.  Studiensemester.  Spezielle  pathologische  Anatomie  II,
Bakteriologische  Übungen,  Fleischbeschau,  Geburtshilfe  nebst  Übungen
am  Phantom,  Ambulatorische  Klinik,  Klinik  für  kleinere  Haustiere,
Poliklinik  für  größere  Haustiere,  Übungen  mit  dem  Augenspiegel,
Kursus  über  Massage,  Repetitoriunn  der  Physiologie,  Pharmakognostisches
  Repetitorium.

Diese  Einteilung  ist  für  diejenigen  Studierenden  maßgebend,  die
das  Studium  im  Wintersemester  beginnen,  für  die  im  Sommer  eintretenden
  Studierenden  sind  einige  Äbänderungen  des  Lehrplans  vorgesehen,
  die  sich  besonders  auf  das  Studium  der  Anatomie  beziehen.

Die  Zivilstudierenden  zahlen  für  jedes  Semester  80  M.  Honorar
und  bei  der  Immatrikulation  6  M.  Einschreibgebühren.  Sie  erhalten
hierfür  die  Berechtigung,  außer  den  Vorlesungen  und  praktischen
Übungen  an  der  tierärztlichen  Hochschule  auch  die  Vorlesungen  bei
der  landwirtschaftlichen  Hochschule  zu  besuchen.  Für  die  Hospitanten
werden  die  für  die  Vorlesungen  zu  entrichtenden  Gebühren  nach  Zahl
der  Stunden  berechnet.  Für  die  Kliniken  und  praktischen  Übungen
zahlen  sie  eine  Pauschalsumme  von  je  25  M.  für  das  Semester.  Die
der  Hochschule  überwiesenen  Studierenden  der  Militär-Veterinärakademie
  erhalten  freien  Unterricht.

Die  Frequenz  der  Hochschule  hat  bis  zum  1.  April  1903  stetig
zugenommen;  sie  betrug  z.  B.

am  Schluß  der  Jahre  Zivilstudierende  Militärstudierende
1860  30  80
1870  36  149
1880  60  100
1890  316  darunter  11  Ausländer  133
1900  339  „97  »  146
1%01  335  „61  „  149
102  407  „68  „  145

Die  Forderung  des  Abiturientenexamens  als  Bedingung  für  die
Immatrikulation  wird  voraussichtlich  zunächst  einen  erheblichen  Rückgang
  in  der  Zahl  der  Studierenden  zur  Folge  haben,  derselbe  wird
hoffentlich  nicht  nachhaltig  sein.