1:34  Tierärztliche  Hochschulen.

wenige,  welche  aus  anderen  preußischen  Provinzen,  aus  Bayern,
Baden  und  sonstigen  deutschen  Staaten,  sowie  auch  aus  dem  Auslande
  stammten.  Den  hieraus  erwachsenden  Schwicrigkciten  konnte
nur  durch  fortgesetzte  Anbauten,  Aufstöckungen  und  Micten  von
Etagen  in  benachbarten  lläusern  begegnet  werden.

Als  die  Hörerzahl  der  Hochschule  --  diese  Benennung  hatte
die  Anstalt  mittlerweile  durch  Allerhöchsten  Erlaß  vom  20.  Juni  1837
erhalten  -—  im  Wintersemester  1887/88  auf  204  angewachsen  war,
blieb  dem  Leiter  angesichts  der  absoluten  Unzulänglichkeit  aller
Unterrichtsräume,  der  Ilör-  und  Übungssäle  sowohl  als  auch  der
Kliniken,  ferner  der  Unmöglichkeit,  die  gänzlich  veralteten  Einrichtungen
  in  solche  umzugestalten,  welche  den  heutigen  Anforderungen
entsprechen  und  bei  der  Kleinheit  der  Arcals,  das  nur  1  ha  betrug,
nichts  anderes  übrig,  als  den  Antrag  auf  cinen  vollen  Neubau  auf
einem  anderen  größeren  Platze  zu  stellen.  Nach  längeren  Verhandjungen
  genehmigte  die  Staatsregierung  denselben;  der  Bau  wurde  im
Frühjahr  1895  begonnen  und  im  Herbst  1991  beendet.  Die  Gesantkosten
  des  Neubaues,  Bauplatz,  innere  Tinrichtung  und  wissenschaftliche
  Apparate  cingerechnet,  haben  sich  auf  etwa  3  Millionen  Mark
gestellt.

N.  Gestaltung.

Die  neue,  den  modernen  Ansprüchen  in  vollem  Umfange  gcnügende
  Hochschule  hat  ihren  Platz  an  der  Os‘seite  der  Stadt,  hart
an  derselben,  am  Misburger  Damm  erhalten.  Das  4,2  ha  umfassende
Areal  ist  durch  ein  Eisengitter  abgegrenzt  und  im  Innern  von  asphaltierten
  Straßen  durchzogen.  Das  Hauptgebäude,  welches  außer  der
Wohnung  des  Dircktors,  eines  Sckretärs,  cines  Pförtners  und  des
Kassendieners  die  Verwaltungsräume,  Aula,  Bibliothek,  Lesezimmer,
Beratungszimmer  sowie  das  physikalische  und  das  botanische  Institut
in  sich  schließt,  liegt  mit  seiner  Vorderfront  an  der  Hlauptstraße,
achtzehn  weitere  Gebäude,  die  teils  Unterrichts-,  teils  Verwaltungszwecken
  dienen,  zum  Teil  auch  zu  \Wohnungen  für  Subaltern-  und
Unterbeamte  bestimmt  sind,  stehen  im  Innern  zweckentsprechend
verteilt.  Außer  den  schon  genannten  sind  an  Instituten  vorhanden:
ein  anatomisches,  cin  zoologisches,  cin  physiologisches,  cin  chemisches,
ein  pharmakologisches,  ein  pathologisches,  ein  hygienisches,  ein  Tierzuchtinstitut,
  cine  medizinische  und  eine  chirurgische  Klinik  für
größere  Faustiere  und  eine  Klinik  für  kleinere  llaustiere.  In  jedem
derselben  sind  die  dazu  gehörigen  z.  T.  schr  umfangreichen  Samın-