III.  Die  Königlich  Bayerische  tierärztliche  Hochschule
in  München.*)

I.  Gründung  und  Entwicklung.

Im  Jahre  1781  stellte  die  Landschaft  von  Pfalzbayern  bei  der
Landesregierung  den  Antrag,  es  möchte  an  der  medizinischen  Fakultät
der  Universität  Ingolstadt  ein  l.ehrstuhl  für  Veterinärkunde  errichtet
werden.  Der  Antrag  hatte  den  Erfolg,  daß  noch  in  demselben  Jahre
ein  Junger  Arzt,  Dr.  med.  Anton  Will,  an  der  genannten  Fakultät
in  Ingolstadt  als  ordentlicher,  öffentlicher  Professor  der  Veterinärmedizin
  aufgestellt  wurde;  von  dieser  Zeit  an  datiert  sich  die  Finführung
  des  veterinärmedizinischen  Unterrichtes  in  Bayern.

Das  Herrschen  von  Tierseuchen  und  die  stetige  Ausbreitung
derselben  veranlaßte  die  Regierung  einige  Jahre  später  (1786),  den
Professor  Will  in  das  Ministerium  zu  berufen  und  ihm  das  Referat
über  Tierseuchen  zu  übertragen.

Ehe  Will  scin  Amt  antrat,  begab  er  sich  cinige  Zeit  zu  Studienzwecken
  an  die  französische  Tierarzneischule  zu  Alfort  bei  Paris.

Dem  nunmchrigen  ersten  bayerischen  Tierarzte  standen  jedoch
keine  geeigneten  Hilfsarbeiter  für  die  Seuchenbekämpfung  zur  Seite;
waren  doch  diejenigen,  die  sich  damals  mit  der  Heilung  der  Tierkrankheiten
  beschäftigten,  Empiriker  der  rohesten  Art  aus  dem  Stande
der  Scharfrichter,  Wasenmeister,  Schmiede  und  Schäfer.  Die  Einsicht,
daß  ohne  Ileranbildung  eigentlicher  Tierärzte,  deren  erspricßliches
Wirken  sich  bereits  in  anderen  Staaten  geltend  gemacht  hatte,  eine

*)  (Quellen:  Hahn-Viandt:  Geschichte  der  Zentraltierarzueischule  bis  1890.  -—--Jahresberichte
  der  tierärztlichen  Flochschule.