142  Tierärztliche  Hochschulen.

Beschäftigungen  sich  vorzugsweise  der  Tierarzneikunde  zu  widmen
und  sich  dadurch  um  den  Nationalwohlstand,  um  die  Mitbürger  verdient
  zu  machen  und  zugleich  ihre  Einnahmen  zu  vermehren.

Die  Veterinärschule  wurde  mit  der  chirurgischen  Schule  zu
München  insofern  in  Verbindung  wesctzt,  als  die  l.ehrer  an  beiden
Anstalten  ins  Benehmen  treten  mußten  behufs  Regelung  des  Unterrichts
  in  der  Weise,  daß  angehende  Ärzte  und  Wundärzte  auch  dem
theoretischen  und  praktischen  Unterrichte  in  der  Veterinärschule  beiwohnen
  konnten.  Das  Reskript  war  ohne  Frfolg.

Der  Besuch  scitens  der  „eigentlichen  Zöglinge“  war  ein  äußerst
schwacher;  so  ist  vom  Jahre  1801  berichtet,  daß  sich  damals  nur
B  Personen  zur  Aufnahme  meldeten,  von  denen  nur  zwei  des  I.csens
und  Schreibens  kundig  waren.

Daß  solch  ungebildete  Personen  auch  bei  dreijährigem  Unterricht
nicht  zu  Tierärzten,  wie  sic  der  Staat  benötigte,  herangebildet  werden
konnten,  ist  begreiflich;  um  so  mehr,  als  die  Zöglinge  mit  ihrem
I.chrer  oft  zur  Behandlung  der  Tierseuchen  im  Lande  verwendet
wurden  und  in  den  damaligen  Kriegszeiten  mit  der  Behandlung  der
in  großer  Anzahl  an  die  Tierarzneischule  abgelieferten  verwundeten
und  erkrankten  Militärpferde  derartig  beschäftigt  waren,  daß  der
theoretische  Unterricht  oft  lange  Zeit  ausfallen  mußte.

Im  Jahre  1809  wurde  die  Schule  der  Direktion  des  Oberstallmeisterstabes
  unterstellt.

Im  darauffolgenden  Jahre  trat  man  an  eine  durchgreifende
Reorganisation  heran.  König  Max  Josef  erließ  am  1.  Februar  dieses
Jahres  das  „organische  Edikt,  das  Veterinärwesen  und  die  Errichtung
einer  Zentralveterinärschule  betreffend“,  welches  cine  völlige  Umgestaltung
  herbeiführen  sollte.  Die  Schule,  welche  nunmehr  die  Bezeichnung
  Zentralveterinärschule  führte,  wurde  jetzt  dem  Ministerium
untergeordnet  und  zwar  hinsichtlich  ihrer  Aufgabe  als  Schule  dem
Ministerium  des  Innern,  und  in  bezug  auf  die  ökonomische  Seite  dem
Finanzministerium.

Die  Zahl  der  Professoren  wurde  auf  drei  erhöht;  dazu  kam  noch
der  Schmicedelchrer.  Der  3  Jahre  dauernde  Unterricht  erstreckte  sich
auf  das  Unentbehrlichste  aus  der  allgemeinen  Naturlehre,  Physik,
Chemie  und  Botanik,  allgemeine  Naturgeschichte,  besondere  Naturgeschichte
  der  Haustiere,  Diätetik  der  Haustiere,  Zootomie  und
Physiologie  der  Haustiere;  Exterieur  der  Pferde,  des  Hornviehs  und
der  Schafe;  Viehzucht  und  Gestütskunde  ;  Tierarzneimittellehre  und