162  Tierärztliche  Hochschulen.

kommnung  kleinere  Säle  und  Nebenräume  des  2.  Stockwerkes  beitragen;
  das  Souterrain  enthält  Mazerierräume  und  andere  Zubehöre
mit  der  entsprechenden  Ausstattung.  Ein  nahebei  gelegener  Stall
dient  den  Anatomietieren  zur  Einstellung.  Die  nordöstliche  Hälfte
des  Arcals  der  Hochschule,  durch  eine  breite  Straße  von  der  südwestlichen
  Hälfte  getrennt,  trägt  die  klinischen  Institute  für  die  Unterbringung
  größerer,  nicht  an  Infektionskrankheiten  leidender  Haustiere.
Sie  besteht  aus  je  einem  langen  von  S.O.  nach  N.W.  gerichteten
Instituts-  und  Stallgebäude  für  die  chirurgische  und  medizinische  Abteilung,
  welche  beiden  in  ihrer  Mitte  durch  cinen  Quergang  verbunden
  sind;  an  diesen  schließen  sich  in  der  Richtung  gegen  S.O.
die  Reithalle  und  gegen  N.W.  der  Opcrationssaal  an.  Die  Arbeitsräume
  und  Sammlungen  befinden  sich  je  in  dem  südöstlichen  Teile
der  beiden  Ianggebäude,  dic  im  nordwestlichen  Abschnitt  derselben
liegenden  Stallungen  sind  für  die  Aufnahme  von  je  22  Patienten  in
Lauf-  und  Kastenständen  cingerichtet;  mit  ihren  Heiz-  und  Ventilations-,
  Tränkungs-  und  Tragevorrichtungen  sowie  ihrer  ganzen
sonstigen  Ausstattung  entsprechen  sie  den  hygienischen  Anforderungen
der  Neuzeit  vollauf.  Ganz  besonders  gilt  dies  auch  von  dem
Öperationssaal,  der  durch  die  denkbar  möglichste  Rücksichtnahme
auf  die  Ansprüche  der  modernen  Asepsis  und  Antiscpsis  und  durch
seinen  mittels  hydraulischen  Triebes  leicht  in  jede  wünschenswerte
lage  zu  verbringenden  aufstellbaren  und  umlegbaren  Operationstisch
die  allgemeine  Anerkennung  nicht  bloß  der  tierärztlichen  Kreise,
sondern  auch  verwöhnter  menschenärztlich-chirurgischer  Spezialisten
findet.  Die  übrigen  Räume,  so  für  tobsüchtige  Pferde,  für  die  Ausführung
  von  Übungsoperationen,  sind  in  besonderen  Schuppenbauten
untergebracht.  Das  geräumige  Freiland  in  der  Größe  von  über  1,5  ha
dient  teils  den  im  Freien  vorzunehmenden  Untersuchungen  kranker
Tiere,  teils  dem  KErholungsbedürfnis  der  Rekonvaleszenten  und  ist
dementsprechend  mit  gepflasterten  und  chaussierten  Fahr-  und  Laufwegen
  bezw.  mit  baum-  und  grasbewachsenen  Wcidekoppeln  ausgestattet.


Der  der  Regierung  zur  Ausführung  bereits  unterbreitete  Plan
der  weiteren  Ausgestaltung  der  Hochschule  sieht  übrigens  eine
Niederlegung  aller  älteren  Gebäude  und  zweckmäßigere  Unterbringung
der  noch  ungenügenden  Institutsräume  innerhalb  möglichst  isolierter
Neubauten  vor.  Im  Zusammenhang  damit  soll  die  senkrecht  zur
Neckarstraßße  stehende  Straße  zwischen  der  Anatomie  und  den
Kliniken  den  eigentlichen  Zugang  in  die  Hochschule  schaffen  und