I.  Die  städtische  Handelshochschule  in  Cöln.

I.  Zeit  und  nähere  Umstände  der  Gründung.

Die  Cölner  Handelshochschule  verdankt  ihre  Entstehung  der
hochherzigen  Stiftung  eines  hervorragenden,  weitschauenden  Cölner
Bürgers.  Gustav  von  Mevissen,  ein  um  das  deutsche  Wirtschaftsleben
  als  Leiter  oder  Begründer  zahlreicher  bedeutender  Unternehmungen
  hochverdienter  Kaufmann,  stiftete  bereits  im  Jahre  1879
die  Summe  von  191  500  M.  und  bestimmte,  daß  mit  dem  durch  die
Zinsen  und  etwaige  Zuwendungen  auf  eine  Million  angewachsenen
Kapital  in  Cöln  eine  Handelsakademie  errichtet  werde.  Nach  seinen
Worten  sollte  die  zu  gründende  Anstalt  „die  Bestimmung  haben,  als
akademische  Handelshochschule  der  rheinischen  Friedrich-Wilhelms-Universität
  in  Bonn  und  der  rheinischen  polytechnischen  Schule  in
Aachen  ergänzend  zur  Seite  zu  treten,  um  einem  mehr  und  mehr
sich  aufdrängenden  Bedürfnisse  der  Gegenwart  zu  begegnen  und
speziell  für  die  Stadt  Cöln  einen  Mittelpunkt  wissenschaftlichen  Lebens
und  Strebens  zu  bilden,  dessen  dieselbe  dringend  bedarf,  wenn  nicht
einseitige  Erwerbsrichtungen  zu  dominierend  im  Leben  der  Metropole
des  Rheinlandes  in  den  Vordergrund  treten  sollen“.

Kraft  Testaments  wurde  diese  Stiftung  bei  seinem  im  Jahre  1899
erfolgten  Tode  durch  Zuwendung  von  300  000  M.  nebst  einer  Anzahl
Grundstücke  wesentlich  erhöht.

Noch  ehe  das  Kapital  die  bestimmungsgemäße  Höhe  von  einer
Million  Mark  erreicht  hatte,  schritt  die  Stadt  Cöln  auf  Anregung
ihres  tatkräftigen  Oberbürgermeisters  Becker  und  in  richtiger  Erkenntnis
  der  Bedürfnisse  der  Zeit  zur  Verwirklichung  der  großen
Ideen  Gustav  von  Mevissens.  Am  13.  Juli  1900  beschloß  die  Stadtverordnetenversammlung
  im  Einverständnis  mit  den  Nachkommen
des  Stifters  die  Errichtung  der  Handelshochschule  nach  einem  von