178  Handelshochschulen.

hat  der  immatrikulierte  Inländer  125  M.,  der  immatrikulierte  Ausländer
  250  M.  für  das  Halbjahr  zu  zahlen.  Hierfür  erhält  er  das
Recht,  alle  Vorlesungen  frei  zu  besuchen.  Jeder  immatrikulierte
Studierende  hat  außerdem  ein  Krankenkassengeld  von  3  M.  für  das
Semester  zu  entrichten.  Die  Mitglieder  des  Handelslchrer-Seminars
zahlen  für  die  laufende  einstündige  Vorlesung  oder  Übung  im  Halbjahr
  5  M.,  die  Hospitanten:  als  Inländer  10  M.  (Handlungsgehilfen
nur  5  M.),  als  Ausländer  20  M.  bis  zum  Höchstbetrage  der  Kollegienselder
  für  immatrikulierte  Studierende.  Eine  Hörerkarte,  die  zum
Besuche  aller  öffentlichen  Vorlesungen  im  Semester  berechtigt,  kostet
10  M.,  eine  Hörerkarte  für  eine  einzelne  Vorlesung  3  M.,  wenn  sie
einstündig,  5  M.,  wenn  sie  zweistündig  ist.

IV.  Grundzüge  des  Lehrplans.

Der  Lehrplan  der  Handels-Hochschule  umfaßt  folgende  Fächer:

in

.  Volkswirtschaftslehre,  einschließlich  Finanzwissenschaft,  mit
besonderer  Berücksichtigung  des  Geld-,  Bank-  und  Börsenwesens,
  der  Handels-,  Verkehrs-  und  Sozialpolitik,

2.  Grundzüge  des  privaten  und  Öffentlichen  Rechts  mit  besonderer

  Berücksichtigung  des  Handels-  und  Wechselrcchts,

3.  Handelsgeographie  (einschlicßlich  Warenkunde),  Grundzüge

der  chemischen  und  mechanischen  Technologie,

4.  Kurse  in  8  Fremdsprachen,

5.  Handelstechnik  (Buchhaltung,  kaufmännisches  Rechnen,  Kontorarbeiten,

  Korrespondenz),

6.  allgemeine  Geisteswissenschaften,  z.  B.  Philosophie,  Kunst  und

Literatur  usw.

Hierzu  kommen  in  allen  Semestern  Repetitorien  im  Anschluß
an  die  Vorlesungen,  praktische  kaufmännische  Arbeiten,  seminaristische
Übungen  und  Exkursionen.  Wie  jede  deutsche  Hochschule  gestattet
die  Handels-Ilochschule,  den  Lehrgang  im  einzelnen  der  Verschiedenartigkeit
  der  Vorbildung,  den  Anlagen,  Interessen  und  Zielen  der
Studierenden  anzupassen;  es  herrscht  daher  auch  auf  ihr  die  Lernfreiheit,
  die  wichtigste  Art  der  Selbstbestimmung  für  den  heranreifenden
  Mann  und  der  Entwicklung  der  Individualität.

Bei  dem  durchaus  neuen  Gebiete  im  öffentlichen  Bildungswesen
Deutschlands,  auf  dem  die  Handelshochschule  liegt,  haben  Lehrplan
und  Lehrmethode  naturgemäß  von  vornherein  nicht  im  einzelnen
bestimmt  festgcstanden.  Sie  sind  erst  in  den  bisher  verflossenen