Die  städtische  Ilandelshochschule  in  Cöln.  179

Semestern  klarer  und  schärfer  in  ihrer  besonderen  Eigenart  herausgearbeitet
  worden.

Die  erste  Stelle  im  Unterricht  der  Hochschule  nimmt  die  Volkswirtschaftslehre
  ein.  Die  Vorlesungen  und  Übungen  in  diesem
wichtigen  Hauptfache  bezwecken,  bei  den  Studierenden  das  Verständnis
  zu  wecken  für  das  moderne  Wirtschaftsleben,  seine  Organisation
und  seine  Grundprobleme.  Es  soll  ihm  klar  werden,  welche  Teilaufgabe
  ihn  innerhalb  des  Volksganzen  zufällt,  welche  Stellung  zugleich
dem  ganzen  Kaufmanns-  und  Fabrikantenstande  neben  den  anderen
Berufsarten  gebührt.  Er  soll  in  die  Lage  versetzt  werden,  nach  seinem
Abgang  von  der  Hochschule  die  wirtschaftlichen  Erscheinungen  selber
zu  beobachten,  aus  ihren  Ursachen  zu  erklären,  in  ihrem  Zusammenwirken
  als  Ganzes  zu  begreifen.  Doch  soll  das  volkswirtschaftliche
Erkennen  und  Wissen  gemehrt  werden,  ohne  den  Wunsch  nach
baldiger  praktischer  Betätigung  zu  mindern.

Die  Aufgaben  und  Arbeiten,  wie  sie  jedem  Teilnehmer  an  den
Übungen  zufallen,  werden  möglichst  der  Individualität  und  Neigung
des  einzelnen  angepaßt.  \Wer  beispielsweise  in  ein  bestimmtes  Unternehmen,
  etwa  das  Geschäft  scines  Vaters,  eintreten  will,  erhält  ein
Thema,  das  für  dieses  von  besonderer  Bedeutung  ist;  wer  noch  keine
festen  Zukunftsaussichten  hat,  bearbeitet  eine  Frage,  die  an  seine
bisherige  praktische  Tätigkeit  anknüpft  oder  die  wenigstens  für  seinen
Wohn-  oder  Geburtsort  besondere  Wichtigkeit  hat.

Es  sind  so  im  Volkswirtschaftlichen  Seminar  schon  zahlreiche
Themata  über  wirtschaftspolitische  Fragen  der  verschiedensten  Art
behandelt  worden,  wie:  die  Entwicklung  des  Reishandels  im  letzten
Jahrzehnt;  die  Organisation  und  Bedeutung  der  Bremer  Baumwollbörse;
  die  Organisation  des  Hamburger  Getreidehandels;  die  neueste
Entwicklung  des  internationalen  Steinkohlenhandels;  die  Entwicklung
des  europäischen  Rohseidehandels;  die  gegenwärtige  Lage  der  Zuckerindustrie
  und  des  Zuckerhandels  in  Deutschland;  der  Tabakhandel
und  die  Tabakindustrie  in  Deutschland;  die  Entwicklung  und  Bedeutung
  der  Papierindustrie  in  Düren;  die  natürlichen  Grundlagen  der
deutschen  Eisenindustrie  im  Vergleich  mit  England  und  den  Vereinigten
  Staaten;  die  Entwicklung  der  Eisenindustrie  im  Saarrevier;
die  Kleineisenindustrie  in  Solingen;  die  Entwicklung  und  Bedeutung
der  bayerischen  Bierbrauerci;  die  Entwicklung  der  russischen  Naphtaindustrie;
  und  viele  andere  mehr.

Diesen  allgemeinen  Übungen  schließen  sich  besondere  an,  die
von  erfahrenen  Fachmännern  geleitet  werden;  so  werden  ein  Tarif-1:°

