II.  Akademie  für  Sozial-  und  Handelswissenschaften
zu  Frankfurt  a.  M.*)

I.  Gründung  und  Aufgabe  der  Akademie.

Die  Akademie  für  Sozial-  und  HHandelswissenschaften  zu  Frankfurt
  a.  M.  wurde  am  21.  Oktober  1901  in  Anwesenheit  des  Ministers
der  geistlichen,  Unterrichts-  und  Medizinalangelegenheiten  und  des
Ministers  für  Handel  und  Gewerbe,  deren  Aufsicht  die  neue  Anstalt
unterstellt  ist,  des  damaligen  Staatskommissars,  Oberpräsidenten  der
Provinz  Hlessen-Nassau,  Grafen  von  Zedlitz-Trützschler,  sowie  der
Vertreter  anderer  hoher  Reichs-  und  Staatsbehörden  feierlich  eröffnet.
  Wic  der  Vorsitzende  der  Verwaltungsorgane  Oberbürgermeister
  Dr.  Adickes  in  seiner  Fröffnungsrede  ausführte,  konnte  dic
alte  Kaiserstadt  bereits  mit  berechtigtem  Stolz  auf  eine  Reihe  wissenschaftlicher,
  insbesondere  naturwissenschaftlicher  Anstalten  blicken,
die  aus  eigener  Kraft  der  Stadt  und  ihrer  Bürgerschaft  entsprungen
sind.  Von  diesen  bietet  die  im  Jahre  1763  von  dem  Arzte  Johann
Christian  Senckenberg  errichtete  Stiftung  mit  dem  medizinischen
Institut,  dem  botanischen  Garten  und  der  Anatomic,  welcher  sich
das  von  der  Senckenbergischen  naturforschenden  Gescllschaft  errichtete
  Museum  und  der  Physikalische  Verein  mit  scinen  Instituten
anreihen,  einen  Mittelpunkt  für  die  naturwissenschaftlich-medizinischen
Bestrebungen;  sie  gibt  auch  die  Grundlage  für  die  inzwischen  von
den  städtischen  Behörden  vorbereitete  Gründung  einer  Akademie  für
praktische  Medizin  (siche  Bd.  1).

Die  Akademie  für  Sozial-  und  Handelswissenschaften
nun  verdankt  ihre  Entstehung  der  Vereinigung  zweicr  ursprünglich

*)  Obwohl  diese  Anstalt  nach  ihrem  Programm  noch  weitere  Zwecke  verfolgt  als
die  IHandelshochschulen,  dürfte  sie  doch  hier  die  geeignetste  Stelle  finden.  A.d.R.