III.  Die  Handelshochschule  in  Leipzig.

I.  Anlaß  zur  Gründung  der  deutschen  Handelshochschulen.

Vom  10.  bis  13.  Juni  1897  tagte  in  Leipzig  ein  vom  deutschen
Verbande  für  das  kaufmännische  Unterrichtswesen  einberufener  Kongreß},
auf  dem  unter  anderm  die  Frage  verhandelt  wurde:  „Erweist  sich
die  Errichtung  von  Handelshochschulen  (Handelsakademien'
als  ein  Bedürfnis,  und  auf  welcher  Grundlage  sind  dieselben
eventuell  einzurichten?“

Die  Verhandlungen  führten  zu  der  fast  einstimmigen  Bejahung
der  Frage.  Diese  Übereinstimmung  hatte  umsomehr  Bedeutung,  als
der  Kongreß  von  einer  großen  Anzahl  von  Vertretern  deutscher
Handelskammern,  Leitern  und  Lehrern  kaufmännischer  Unterrichtsanstalten,
  Kaufleuten,  Industriellen  und  andern  Sachverständigen
besucht  war.

Es  kam  darauf  an,  die  theoretische  Erkenntnis  von  der  Notwendigkeit
  deutscher  Handelshochschulen  in  die  Wirklichkeit  umzusetzen.


II.  Leipzig  als  Sitz  der  ersten  Handelshochschule.

Da  konnte  es  dem  Sachkundigen  nicht  verborgen  sein,  daß
Leipzig  eine  der  Städte  Deutschlands  sei,  die  für  die  Verwirklichung
des  Gedankens  die  besten  Vorbedingungen  darbot.  Bestand  doch
hier  unter  der  Leitung  und  Verwaltung  der  Handelskammer  die  1831
gegründete  Öffentliche  Handelslehranstalt,  die  in  Deutschland
auf  dem  Gebiete  des  kaufmännischen  Unterrichtswesens  vielfach  vorbildlich
  gewesen  war.  Ihre  ausgezeichneten  Lehrkräfte  konnten  mit
Vorteil  für  die  praktisch-kaufmännischen  Übungen  einer  Handelshochschule
  herangezogen  werden,  und  es  war  anzunehmen,  daß  die  aus

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