Die  Handelshochschule  in  L.eipzig.  201

Übungen  und  Sprachkurse  benutzen  konnte  und  die  Vorlesungen  an
der  Universität  durch  die  Honorare  der  Studierenden  gedeckt  wurden.
Im  Herbst  1902  wurde  ein  eigenes  Gebäude  bezogen,  das  an  Micte
jährlich  15000  M.  kostet.  Trotzdem  sind  auch  heute  noch  die
erwachsenden  Unkosten  im  Verhältnis  zu  der  großen  Bedeutung  der
Handelshochschule  gering,  da  einige  der  Dozenten  für  die  kaufmännischen
  Fächer  und  der  Studiendircktor  im  Hauptamt  an  der
Öffentlichen  Handelsichranstalt  angestellt  sind  und  nur  im  Nebenamt
honoriert  zu  werden  brauchen.

Aus  dem  Haushaltungsplan.  Im  letzten  Haushaltungsjahre
betrugen  die  Einnahmen:

Beitrag  vom  Staate  .  .  .  2  .2..2..2...25000  M.
Beitrag  von  der  Stadt  Leipzig  10000  „
Immatrikulationsgebühren  .  .  8695  „
Hörerscheine  .  .  .  .  .  255,
Abgangszeugnisse  .  .  .  80  „
Honorare  für  die  kaufmännischen  Übungen  24  160  „
Verschiedenes  .  rn  863  „

70  203  M.

Die  Hauptausgaben  waren  außer  der  Miete  Gehälter  für  Studiendirektor,
  I.chrer  und  Beamte,  Seminaraufwand,  Kanzleiaufwand,  Druckkosten
  u.  dgl.

Innere  Erfolge.  Wenn  in  dem  Bisherigen  der  Bericht  sich
nur  mit  der  äußeren  Entwicklung  beschäftigen  konnte,  so  ist  es  im
Schlußworte  vielleicht  nicht  unangebracht,  über  die  inneren  Erfolge
einige  Worte  zu  sagen.  Dieselben  sind  hocherfreulicher  Natur.  Die
ausgesprochene  Befürchtung,  daß  die  jungen  Kaufleute  durch  das
l.eben  auf  der  Handelshochschule  zu  leichtsinnigem  Bummeln  verführt
würden,  hat  sich  in  keiner  Weise  bewahrheitet.  Vielmehr  hat  es
sich  in  den  bisher  verflossenen  11  Semestern  gezeigt,  daß  auf  der
Leipziger  Handelshochschule  mit  großem  Eifer  gearbeitet  wird.  Insbesondere
  haben  sich  auch  die  aus  der  Praxis  zur  Hochschule
kommenden  jungen  Kaufleute  in  jeder  Hinsicht  bewährt.  Die
Prüfungen  haben  auch  für  sie  gute  Resultate  ergeben.

Die  Absolventen  der  Handelshochschule  verlassen  die  Anstalt
als  Leute,  deren  Gesichtskreis  sich  in  hervorragendem  Maße  erweitert
und  vertieft  hat.

Sie  sind  dann  nicht  nur  befähigt,  gewöhnliche  kaufmännische
Stellungen  gut  auszufüllen,  sondern  eignen  sich  auch  zu  IlTandels-