Lehranstalten  für  die  bildenden  Künste.  YAR|

6.  Meisteratelier  für  Bildhauerei  beim  Schlesischen  Museum
der  bildenden  Künste  ın  Breslau.

Besteht  seit  1.  Oktober  1879  und  ist  dem  Schlesischen  Muscum
der  bildenden  Künste  angegliedert.  Es  verfolgt  für  die  Ieranbildung
der  Schüler  die  Praxis  der  Werkstattausbildung,  indem  der  Meister
zu  seinen  Aufträgen  und  Arbeiten  die  Schüler  als  Gehilfen  heranzicht,
ihnen  je  nach  der  erlangten  künstlerischen  Reife  auch  gestattet,
selbständige  Arbeiten  mit  rein  künstlerischem  Charakter  im  Atelier
auszuführen.

Jahresgehalt  für  den  Meister:  6000  Mark.

Die  Ausgaben  für  Lehrmittel  und  Modelle  werden  aus  den
Schülerhonoraren  gedeckt.

Unbemittelte  talentierte  Schüler  erhalten  freien  Unterricht.  Als
weitere  Beihilfen  stellt  der  Landeshauptmann  der  Provinz  Schlesien
Mittel  für  jährliche  Stipendien  zur  Verfügung.

7.  Kunstschule  des  Städelschen  Kunstinstituts  Frankfurta.  M.

Das  Institut  ist  eine  Stiftung  des  am  2.  Dezember  18%  verstorbenen
  Frankfurter  Bürgers  und  Bankiers  Johann  Friedrich  Staedel
und  umfaßt  reichhaltige  Kunstsammlungen  und  eine  Kunstschule.
Letztere  konnte  infolge  Frbstreitigkeiten  erst  1829  eröffnet  werden.
Sie  zerfiel  in  Elementarklassen  für  Linear-  und  Freihandzeichnen  und
in  die  eigentliche  Kunstschule  mit  dreistufigem  Unterricht  zur  Ausbildung
  von  Malern,  Bildhauern,  Kupferstechern  und  Architekten.
1850  wurden  die  Kunstschulklassen  in  Meisterateliers  umgewandelt,
die,  nach  kurzer  Rückkehr  m  die  alte  Form,  seit  1894  wieder  bestehen.
  1894  gingen  die  Elementarklassen  für  Zeichenunterricht  zugunsten
  der  Gewerbe-  und  Kunstgewerbeschule  in  Frankfurt  ein.  Die
Verwaltung  liegt  in  den  Händen  einer  Administration.

Ziel:  unentgeltliche  Ausbildung  unbemittelter  Frankfurter  beiderlei
Geschlechts  in  allen  Zweigen  der  bildenden  Künste.

Lehrplan:  Atclierunterricht  in  der  Architektur,  Bildhauerei,
Radierkunst  und  Malerei,  sowie  Unterweisung  in  den  üblichen  Hilfsfächern.


Lehrkörper:  9  Lehrer.

Besuch:  gegenwärtig  40  Atelierschüler  und  3  Ateherschülerinnen.

Etat  für  das  gesamte  Kunstinstitut:  jährlich  ca.  92000  M.  bis
95000  M.,  die  aus  den  Zinsen  des  Stiftungsbarvermögens  aufgebracht
werden.

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