212  Kunsthochschulen.

8.  Die  Königliche  Akademie  der  bildenden  Künste  in  München.

Entstand  1808  aus  der  1770  gegründeten  Zeichner-,  Maler-  und
Bildhauerschule.  Sie  umfaßte  4  Hauptschulen:  für  Malerei,  Bildhauerkunst,
  Baukunst  und  Kupferstecherkunst.  Bei  Errichtung  der
technischen  Hochschule  wurde  die  Architekturabteilung  der  Akademie
dorthin  verlegt.

Protektor:  Seine  Königliche  Hoheit  der  Prinz-Regent  Luitpold
von  Bayern.

Verwaltung:  ein  Direktor  und  ein  Sekretär.

Ziele:  Ausbildung  von  Personen  männlichen  Geschlechts  in  allen
Fächern  der  Malerei,  Bildhauerei  und  Radierkunst.

Lehrplan:  Unterricht  im  Zeichnen  und  Modellicren  nach  der
Natur,  in  der  Maltechnik,  Radierkunst,  Tiermalerei,  im  Komponieren
für  Maler  und  Bildhauer,  im  anatomischen  Zeichnen  und  Abendakt.
Vorlesungen  über  Anatomie,  Architektur,  Geschichte,  Kunstgeschichte,
Perspektive,  Tieranatomie.

Lehrkörper:  18  ordentliche  Professoren  und  7  Dozenten.

Besuch:
Wintersemester  1900/01  408,  Sommersemester  1901  334  Studierende,
„  1901/02  389,  „  1%02  319  »»
»  1902/03  365,  »  1903  287  „

Etat:  Ausgaben  230  000  Mark  (hiervon  werden  21  000  Mark  aus
eigenen  Einnahmen  gedeckt).

Stipendien:  Staatsstipendien  für  Studierende  aus  Bayern  auf  Antrag  des  Lehrrates
  vom  Könige  verlichen:  12  Stipendien,  je  270  Mark,  gewöhnlich  dreimal  hintereinander
  verliehen,  1  Stipendium  zu  360  Mark  und  ein  Reisestipendium  von  2400  Mark.
Das  Major  Dunkersche  Stipendium  von  150  Mark  jährlich.  Das  Anna  v.  Baadersche
Stipendium  von  200  Mark  jährlich.  Das  Squindo-Stipendium  von  200  Mark  jährlich.
Außerdem  Auszeichnungen  für  Schülerarbeiten  auf  der  jährlichen  Ausstellung.

9.  Die  Königliche  Akademie  der  bildenden  Künste  in  Dresden.

Im  Jahre  1705  als  Malerakademie  gestiftet,  wurde  sie  1764  in
eine  Akademie  der  bildenden  Künste  umgewandelt  und  erhielt  1836
ihre  zur  Zeit  noch  bestehende  Organisation.  Seit  dem  10.  Februar  1899
besitzt  sie  von  den  Oberklassen  und  der  1.  Abteilung  des  Bauateliers
an  aufwärts  die  Eigenschaft  einer  Hochschule.

Kurator:  Seine  Königliche  Hoheit  Prinz  Johann  Georg,  Herzog
zu  Sachsen.