I.chranstalten  für  die  bildenden  Künste.  213

leitung  und  Verwaltung:  der  akademische  Rat.  Für  die
Erledigung  der  Verwaltungsgeschäfte  ist  cin  Akademiesekretär,  für
die  Studien-  und  Disziplinarangelegenheiten  ein  Studienprofessor  bestellt.
  Der  Akademie  gehören  außer  dem  akademischen  Rat  an  die
Professoren  und  akademischen  Lehrer,  die  Mitglieder  und  Ehrenmitglieder.


Ziel:  praktische  und  theoretische  Ausbildung  zu  selbständiger
Tätigkeit  in  den  bildenden  Künsten.

Lehrplan:  Unterricht  im  Zeichnen,  in  den  verschiedenen  Zweigen
der  Malerei,  in  der  Bildhauerei  und  in  der  Baukunst.

Die  Akademie  gliedert  sich  in  3  Klassen:  Unterklasse,  Mittelklasse
  und  Oberklasse  (Akt-,  Mal-  und  Modelliersaal).  Für  die  höhere
Ausbildung  sind  vorhanden  je  1  Meisteratelier  für  Geschichts-,  Landschafts-
  und  Genremalerei,  2  für  Bildhauerci  und  1  für  Baukunst.

Lehrkörper:  22  I.chrer.

Besuch:  Sommersemester  1903  176  Studierende  (Damen  werden
nicht  zugelassen).

Etat  für  1904/05:  209  130  Mark  Ausgaben  (die  aus  15  430  Mark
Einnahmen  und  193700  Mark  Zuschuß  gedeckt  werden).

Stipendien:  Akademisches  Reisestipendium  für  Sachsen,  jährlich  6000  Mark  zu
zweijähriger  Studienreise  für  Architekten,  Bildhauer,  Maler,  Kupferstecher.  E.  Munkeltsche
Stiftung,  3  Stipendien  von  je  980  Mark  auf  3  Jahre  für  sächsische  Maler.  de  Wilde-Stipendium,
  3  Stipendien  von  270,  240  und  200  Mark  für  mittellose  Klassenschüler.
Wiedemann-Stiftung.  Hilschersches  Vermächtnis.  Rafael  Torniamentische  Prämienstiftung.
Carlo  Torniamentisches  Reisestipendium.  Nikolai-Stiftung.  Pröll-Heuer-Stiftung,  jährlich
24  000  Mark  zum  Ankauf  von  Gemälden  lebender  deutscher  Meister  für  die  Königliche
Gemäldegalerie.

10.  Die  Königlich  Württembergische  Akademie  der  bildenden
Künstc  in  Stuttgart.

Sie  besteht  als  Akademie  seit  dem  23.  April  1901,  nachdem  sie
scit  1829  Kunstschule  gewesen  und  bei  der  Reorganisation  1867
akademischen  Charakter  angenommen  hatte.

Verwaltung:  ein  Direktor.

Ziele:  Ausbildung  in  den  Fächern  der  Bildhauerei,  Malerei  und
Graphik  bis  zur  künstlerischen  Selbständigkeit.

I.chrplan:  I.  praktischer  Unterricht  im  Zeichnen  nach  der
Antike  und  der  Natur,  Malen  (technische  Malschulen  und  Komponier-