Die  Königl.  Preußische  Militär-technische  Akademie.  235

Die  Dolmetscherprüfung  kann  von  der  Anstalt  aus  abgelegt
werden,  die  Prüfung  im  Französischen  findet  dabei  an  der  Anstalt
selbst,  die  in  den  anderen  Fächern  an  der  Kriegsakademie  statt.
Behufs  geeigneter  Vorbereitung  werden  die  Anwärter  für  die  Dolmetscherprüfung
  in  besonderen  Abteilungen  unterrichtet.

Der  Unterricht  wird  mit  geringen  Ausnahmen  applikatorisch
erteilt.  Um  den  Hörern  das  Folgen  während  der  Vorträge  und  die
\Wiederholung  zu  erleichtern,  werden  ihnen  für  mehrere  Fächer
sogenannte  Inhaltsverzeichnisse,  d.  h.  gedruckte  kurz  andeutende
Übersichten  über  den  Inhalt  der  Vorträge  in  die  Hand  gegeben,  die
zum  Teil  unter  dem  Dienstgeheimnis  stehen.  Zur  Ergänzung  der
l.ehrvorträge  finden  Besichtigungen  industrieller  und  ähnlicher  Etablissements
  statt,  u.  a.  ın  Essen  und  in  Kiel.

Die  Zahl  der  zur  Anstalt  kommandierten  Offiziere  betrug:

!  '

im  Jahre  Feld  Fuß-  Pioniere  |  Zusammen  dazu
artillerie  artillerie  -  Ausländer!)
1895,6  —  75  %2  167  2
1896/7  %  72  94  196  2
1897,8  50  75  101  226  2
1898/79  .  .  .  50  74  116  240  ’
18991900  48  59  96  903  2
1001...  47  65  74  186  4
11/2...  49  45  52  146  7
123...  50  48  41  139  5
03.  #  50  3%  135  4

!)  Vorwiegend  Rumänen,  daneben  5  Japaner,  je  1  Türke  und  Chilene.

Über  die  staatlicherseits  für  die  Anstalt  gemachten  Aufwendungen
geben  folgende  Angaben  Aufschluß,  die  dem  Etat  für  1903/4  entnommen
  sind:  Besoldungen  81  741,  andere  persönliche  Ausgaben  (einschließlich
  Verfügungssumme)  77902,  sächliche  und  vermischte  Ausgaben
  39015  M.

III.  Die  Königlich  Preußische  Militär-technische

Akademie.*)

Die  Gründung  der  Militär-technischen  Akademie  ist  aus  der  Erwägung
  hervorgegangen,  daß  die  rastlos  fortschreitende  Technik  unserer

*)  Die  Dienst-  und  die  l.ehrordnung  der  Anstalt  sind  im  Laufe  des  November  1903
im  Verlage  von  Mittler  &amp;  Sohn,  Berlin,  erschienen.  Für  die  Vorgeschichte  der  Anstalt
sind  lehrreich  die  stenographischen  Berichte  über  die  Reichstagsverhandl  der
letzten  Jahre.