242  Hochschulen  der  deutschen  Militärverwaltungen.

Die  Kriegsakademie  befand  sich  anfangs  in  den  Räumen  der  im
Jahre  1579  erbauten  Hlerzog  Maxburg,  wurde  aber  vor  cinigen  Jahren  in
den  prächtigen  Neubau  an  der  Pappenheimer  Straße  im  Nordwesten  der
Stadt  verlegt,  den  sie  jetzt  noch  inne  hat.  Sie  ist  der  seit  1866  bestehenden
  Inspektion  der  Militär-Bildungsanstalten  unterstellt  und  steht
unter  dem  unmittelbaren  Befehl  und  der  verantwortlichen  Leitung
eines  Stabsofhiziers  oder  Generals  als  Direktor;  eine  Studienkommission
steht  diesem  zur  Seite,  deren  Mitglieder  auf  seinen  Vorschlag  vom
Kriegsministerium  kommandiert  werden.  Der  I.ehrkörper  besteht  aus
etatsmäßigen  Militärlchrern,  außeretatsmäßigen  Militärlehrern  sowie
etatsmäßigen  und  außeretatsmäßigen  Zivillehrern.  Der  Direktor  bringt
auf  Grund  einer  schriftlichen  Aufnahmeprüfung  von  den  anı  besten
beurteilten  Offizieren  bis  zu  16  zur  Einberufung  in  die  Kriegsakademie
dem  Inspekteur  der  Militär-Bildungsanstalten  in  Vorschlag,  der  dann
den  Antrag  an  das  Kriegsministerium  stellt.  Die  Einberufung  erfolgt
durch  das  Kriegsministerium.

Der  Etat  für  1903—04  setzt  an  27  990  M.  für  persönliche,  136140  M.
für  sachliche  und  vermischte  Ausgaben.  Er  sicht  für  Militärlehrer  9,
für  Zivillehrer  3  und  für  Hörer  48  Stellen  vor.

vI.  Die  Königlich  Bayerische  Artillerie-  und  Ingenieurschule.*)


Nach  verschiedenen  anderweitigen  Ansätzen,  unter  denen  die
Schaffung  eines  im  Oberbau  des  Kadettenkorps  der  Heranbildung
von  Artillerie-  und  Ingenieuroffizieren  gewidmeten  „Anwendungskursus“
  wegen  seiner  T.igenartigkeit  Erwähnung  verdient,  trat  im
Jahre  1857  die  „Artillerie-  und  Genieschule“  ins  Leben;  sie  führte
diesen  Namen  bis  zum  Jahre  1872,  wo  sie  ihre  heutige  Benennung
erhalten  hat.  Die  Anstalt  ist  der  Inspektion  der  Militär-Bildungsanstalten
  unmittelbar  unterstellt,  die  Genehmigung  der  Lehrordnung
bleibt  dem  Kriegsministerium  vorbehalten.  Über  alle  Fragen,  die
den  Organismus  der  Anstalt  in  wesentlichen  Punkten  betreffen,  ist
mit  den  Kommandobehörden  der  zuständigen  Weaffengattungen  das

*)  Genaueres  über  die  Geschichte  der  Anstalt  gibt  von  Oelhafen,  Geschichte
der  königlichen  bayerischen  Artillerie-  und  Ingenieurschule,  München  1882.  Einiges
Material  auch  bei  Lutz,  Die  bayerische  Artillerie  von  ihren  ersten  Anfängen  bis  zur
Gegenwart,  München  1894,  Th.  Ackermann.