Teil  3.  Was  zeichnet  den  preußisch-deutschen  Beamten  aus?

$  12.  Vom  Glanz  und  Geist
des  preußischen  Beamtentums.

Eine  kurze  Abhandlung  im  Geiste  eines  Preußen,  der  selbst  Beamter

werden  will.

A.  In  welchem  Licht  Preußens  Beamtentum  steht.

Man  kann  zurückblicken  in  jene  Jahrhunderte,  in  denen  Preußen  aus
märkischer  Schlichtheit  zu  europäischer  Größe  wuchs.  Die  Wurzeln
des  preußischen  Beamtentums  liegen  tief  im  Pflichtbewußtsein,  in  der
Ireue  und  in  der  Sparsamkeit,  welche  die  preußisch-brandenburgische
  Linie  der  Hohenzollern  seit  ihren  ersten  Tagen  prägt.

Bereits  Friedrich  Wilhelm  von  Brandenburg,  der  Große  Kurfürst
(1620-1688),  schuf  den  Grund,  auf  dem  Preußens  Verwaltung
emporstieg.  Nach  dem  Dreißigjährigen  Krieg,  als  Land  und  Volk
zerrüttet  waren,  erkannte  er,  daß  nur  ein  starker  Staat  mit  fester
Ordnung  überleben  könne.

Er  baute  ein  stehendes  Heer,  Verwaltung  und  Steuerwesen  auf,
und  stellte  fähige  Männer  nicht  nach  Geburt,  sondern  nach  Tüchtigkeit
  ein.  Mit  ihm  begann  jene  Denkweise,  die  später  das  Beamtentum
tragen  sollte:  Pflicht  vor  Person,  Dienst  vor  Eigeninteresse.

Dann  kam  Friedrich  Wilhelm  I.  (1688-1740),  der  „Soldatenkönig“.
  Ihm  verdankt  Preußen  die  eiserne  Disziplin,  die  Verwaltungsstrenge,
  das  Prinzip  von  Fleiß  und  Ordnung.  Sein  Staat  war  wie  ein
Regiment  geführt:  schlicht,  hart,  effizient.

Er  machte  das  Beamtentum  zu  einer  Lebensaufgabe  und  trennte
scharf  zwischen  öffentlicher  und  privater  Pflicht.  Er  selbst  lebte
bescheiden,  verlangte  aber  unbedingte  Arbeitstreue.  Kein  Hofluxus,
kein  Pomp,  stattdessen  Ehrbarkeit,  Genauigkeit,  Sparsamkeit.

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