Teil  3.  Was  zeichnet  den  preußisch-deutschen  Beamten  aus?

$  15.  Was  es  bedeutet,  im  Staatsdienst  des  deutschen
Gesamtstaates  stehen  zu  dürfen.

A.  Was  du  bis  jetzt  gelernt  hast?

Der  Staatsdiener  im  deutschen  Gesamtstaat  führt  nicht  nur  einen
Arbeitsauftrag  aus,  sondern  erfüllt  eine  sittlich  hochstehende  Lebensaufgabe.
  Sein  Dienst  ist  ein  öffentliches  Bekenntnis  zur  Ordnung,  zur
Pflicht  und  zur  moralischen  Integrität.  Der  Eintritt  in  den  Staatsdienst
  ist  keine  Anstellung,  sondern  eine  bewußte  Entscheidung  für
eine  rechtsstaatliche  Treueverpflichtung.

Der  Staatsdiener  lebt  nicht  für  den  eigenen  Vorteil,  sondern  stellt
seine  Kraft  und  Persönlichkeit  in  den  Dienst  des  Ganzen.  Er  handelt
stets  innerhalb  eines  klaren  rechtlichen  und  ethischen  Rahmens  und
ist  verpflichtet,  sich  auch  im  Privatleben  vorbildlich  zu  verhalten.  Die
Aufgaben  erfordern  Disziplin,  Charakterstärke  und  das  ständige
Bewußtsein,  daß  sein  Tun  und  Handeln  das  Vertrauen  der  Gesellschaft
  in  den  Staat  prägt.

Er  darf  keine  Vorteile  aus  seiner  Stellung  ziehen,  muß  sich  dem
Willen  der  übergeordneten  Instanzen  fügen  und  trägt  Verantwortung
für  die  Auswirkungen  seiner  Entscheidungen,  vor  dem  Gesetz,  vor
dem  Staat  und  vor  dem  eigenen  Gewissen.

Der  Staatsdienst  verlangt  Mut  zur  Pflicht,  Klarheit  im  Urteil  und
Unbestechlichkeit  im  Handeln.  Kurz:  Wer  Staatsdiener  ist,  lebt  für
das  Gemeinwesen.

„Jeder  Deutsche  soll  wissen,  daß  der  Geist  Preußens  nicht  zugrunde

gehen  darf,  es  sei  denn,  der  Deutsche  gäbe  sein  Vaterland  auf.“

Quelle:  zitiert  in  Dieter  Wildt,  Deutschland  Deine  Preußen,  1966.

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