Teil  3.  Was  zeichnet  den  preußisch-deutschen  Beamten  aus?

$  16.  Der  Beamte  als  Krieger  in  Zivil:
Dienstethos  und  preußische  Tugenden.

Wilhelm  Stapel  bezeichnet  den  Beamten  als  „Krieger  in  Zivil“.  Dieser
Ausdruck  kennzeichnet  kein  äußeres  Bild,  sondern  eine  innere
Haltung:  die  Bereitschaft,  für  das  Ganze  mit  derselben  Treue  und
Pflichterfüllung  einzustehen,  die  der  Soldat  im  Felde  beweist.  Der
Beamte  führt  die  stille  Verteidigung  der  Ordnung  vor  dem  Chaos  -
nicht  mit  Waffen,  sondern  mit  Kenntnis  der  Gesetze,  Genauigkeit
und  Verantwortungsbewußtsein.

Quelle:  zitiert  in  Dieter  Wildt,  Deutschland  Deine  Preußen,  1966,  S.  151.

A.  Dienst  als  innere  Haltung.

Der  Dienst  ist  nicht  bloß  Amtsgeschäft,  sondern  Lebenseinstellung.
In  militärischen  Vorschriften,  insbesondere  in  Major  Menzels
„Dienstunterricht  des  deutschen  Infanteristen“,  wird  der  Eid  als  bewußter
  Akt  der  Selbstbindung  verstanden.  Mit  dieser  Einstellung
schwört  der  Soldat  aus  Überzeugung  und  mit  festem  Glauben  an
Gott,  seinem  Landesherrn  treu  zu  dienen,  die  Gesetze  zu  achten  und
den  Befehlen  seiner  Vorgesetzten  zu  gehorchen.  Dieselbe  Haltung
überträgt  sich  auf  den  Staatsdienst.

„Der  Eid  ist  ein  feierliches  Versprechen,  bei  dem  man  Gott  zum
Zeugen  der  festen  Absicht,  das  Versprechen  zu  halten,  anruft.“

Quelle:  Major  Menzel,  Dienstunterricht  des  deutschen  Infanteristen,  1914-1915,  S.  6.
Der  Beamte  erkennt  im  Diensteid  keine  formale  Verpflichtung,
sondern  das  sittliche  Bekenntnis  zu  Recht  und  Ordnung.  Treue

bedeutet  nicht  persönliche  Anhänglichkeit,  sondern  Bindung  an  den

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