Teil  3.  Was  zeichnet  den  preußisch-deutschen  Beamten  aus?

Der  Vorgesetzte  ist  nicht  Herr,  sondern  Vertreter  der  staatlichen
Hierarchie.

Quelle:  Major  Menzel,  Dienstunterricht  des  deutschen  Infanteristen,  1914-1915,  S.  67.

Menzel  betont  zugleich,  daß  Disziplin  gegenseitige  Achtung  voraussetzt.
  Im  Verwaltungsdienst  bedeutet  das:  Der  Beamte  soll  seinem
Vorgesetzten  mit  Respekt  begegnen,  zugleich  aber  dieselbe  Würde
auch  seinen  Untergebenen  erweisen.  Die  Autorität  erwächst  aus  der
persönlichen  Haltung,  nicht  aus  dem  Rang.

Quelle:  Major  Menzel,  Dienstunterricht  des  deutschen  Infanteristen,  1914-1915,  S.  63.

Jeder  Beamte  steht  im  Dienst  des  Ganzen,  nicht  der  Person  über  ihm.
Das  Bewußtsein  dieser  Ordnung  sichert  die  Neutralität  und
Sachlichkeit  des  Verwaltungshandelns.

Nachfolgend  das  Beispiel  eines  Füsiliers  aus  dem  Feldzuge
1870/71:

„Als  dieser  in  einem  Gefecht  sah,  daß  die  Franzosen  sich  seinen
neben  ihm  stehenden  Kompagniechef  besonders  aufs  Korn
nahmen,  stelle  er  sich  vor  diesen  hin  und  rief:  ‚err  Hauptmann,
die  Franzosen  schießen  immer  auf  Sie,  decken  Sie  sich  doch  hinter
mir,  ich  bin  breit,  und  der  Herr  Hauptmann  können  ebenso  gut
sehen.“

Quelle:  Major  Menzel,  Dienstunterricht  des  deutschen  Infanteristen,  Gehorsam  gegen  die  Vorgesetzten,  $.  41.
G.  Krankheit,  Abwesenheit  und  persönliche  Verantwortung.
Im  Abschnitt  über  „Erkrankung“  betont  Menzel,  daß  der  Soldat  nach
Möglichkeit  den  Dienst  aufrechtzuerhalten  habe  und  Ausfälle

unverzüglich  zu  melden  sind.  Übertragen  auf  den  Staatsdienst  be-50

