Teil  6.  Verhältnis  einer  Hilfsdienstkraft  zu  ihrem  Bundesfürsten.

bis  heute  Zeugnis  über  seine  Bedeutung  aber  auch  Verantwortung
ablegt.  Sie  alle  verkörpern  ein  Stück  des  geschichtlichen  Erbes,  das  die
Vielfalt  und  Einheit  des  deutschen  Gesamtstaates  prägt.

C.  Die  Landesgeschichte  als  Fundament  des  Ganzen.

Die  Geschichte  der  Fürstenhäuser  ist  untrennbar  mit  der  Geschichte
ihrer  Länder  und  somit  mit  der  deutschen  Geschichte  verbunden.  Sie
bildet  das  Fundament,  auf  dem  das  Bewußstsein  des  legitimen
Staatswesens  ruht.  Die  Landesgeschichte  betrachtet  politische,  kulturelle
  und  soziale  Entwicklungen,  welche  die  Identität  und  das
Selbstverständnis  eines  Gemeinwesens  prägen.

Im  föderalen  Reich  bildet  sie  ein  wesentliches  Element  des  Verständnisses
  für  die  Eigenart  und  Rolle  jedes  einzelnen  Landes.  So  wie
jedes  Fürstenhaus  seine  eigene  Geschichte  trägt,  hat  auch  jede
Hilfsdienstkraft  ihre  Wurzeln  in  der  Geschichte  ihres  Landes  und
dessen  Fürstenhauses.  Sie  trägt  dieses  Erbe  weiter  und  gestaltet  mit
ihrem  täglichen  Wirken  die  fortdauernde  Geschichte  des  Ganzen.

„Deutscher  Patriotismus  bedarf,  um  tätig  und  wirksam  zu  werden,
einer  dynastischen  Anhänglichkeit;  unabhängig  von  letzterer
kommt  er  praktisch  nur  in  seltenen  Fällen  zur  Hebung.  Der
Deutsche  bedarf  einer  Dynastie,  der  er  anhängt,  oder  einer
Reizung,  die  in  ihm  den  Zorn  weckt,  der  zu  Taten  treibt  |[...]  als
Preufge,  Hannoveraner,  Württemberger,  Bayer,  Hesse,  ist  er  früher
bereit,  seinen  Patriotismus  zu  dokumentieren,  wie  als  Deutscher.“

Quelle:  Otto  von  Bismarck,  „Gedanken  und  Erinnerungen”,  1898,  Band  1,  S.  290.

Diese  Worte  Bismarcks  mahnen:  Nur  wer  sich  seiner  Vergangenheit
bewußt  ist,  begreift  die  Gegenwart  und  kann  die  Zukunft  sicher  gestalten.

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