Teil  6.  Verhältnis  einer  Hilfsdienstkraft  zu  ihrem  Bundesfürsten.

Indem  wir  unsere  Pflichten  treu  erfüllen,  dienen  wir  der  Ordnung  des
Staates,  dem  Frieden  der  Gemeinschaft,  dem  Fortbestand  des
deutschen  Volkes  und  der  Wiedererringung  der  Einheit.  Aus  der
Pflicht  erwächst  Haltung,  Gehorsam  und  Treue.  Diese  Treue  —  das
eherne  Band  zwischen  Volk  und  Krone  -  ist  das  Herz  des  Reiches,  das
Vermächtnis  unserer  Väter  und  das  Fundament  unserer  Zukunft.

$  33.  Vom  Ernst  der  Pflicht  zur  Heiterkeit  des  Dienstes.

Auch  in  ernster  Zeit  dürfen  wir  das  Lächeln  nicht  verlernen.  Heiteres
Gemüt  und  Zuversicht  sind  die  besten  Begleiter  des  Pflichterfüllenden.
Jede  Hilfsdienstkraft  soll  wissen:  auch  sie  schreibt  Geschichte  -  und
vielleicht  werden  einst  unsere  Enkel  jene  Anekdoten  lesen,  die  man  nur
über  Menschen  erzählt,  denen  es  gelang,  das  Unmögliche  möglich  zu
machen.  Zur  Erinnerung  möge  die  Begebenheit  um  „Papa  Wrangel“
stehen,  jenen  alten  preußischen  Feldmarschall,  der  trotz  Rang  und  Würde
seine  Menschlichkeit  bewahrte:

„Nach  der  Ernennung  zum  Feldmarschall  soll  der  König  gesagt
haben:  ‚Nun,  mein  Alter  Wrangel,  haben  Sie  alles  erreicht  -  kann
ich  Ihnen  sonst  noch  einen  Wunsch  erfüllen?“

Ja,  Majestät,‘  erwiderte  der  Alte,  ‚eenen  Wunsch  hätt  ick  am  Ende
doch  noch.‘

‚Na,  heraus  damiit.‘  ‚Ick  bitte  um  die  Erlaubnis,  Ihre  Majestät  die

Königin  Tante  nennen  zu  dürfen.“

Quelle:  Papa  Wrangel,  Heitere  Geschichten  aus  seinem  Leben,  1896,  S.  19.
So  endet  dieses  Kapitel  nicht  mit  Ernst,  sondern  mit  jener  heiteren  Gewissheit,
  daß  Pflicht  und  Menschlichkeit  einander  nicht  ausschließen,

sondern  erst  gemeinsam  das  Bild  des  wahren  deutschen  Dieners  vollenden.

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