Teil  7.  Die  Reichskriegsflagge  im  Völkerrecht.

dritter  Kreuzritterorden  im  Heiligen  Land.  Markantes  Unterscheidungs-
  und  Abgrenzungsmerkmal  der  Deutschritter  zu  den  anderen
beiden  Orden  war  die  Aufnahmepraxis  bis  ins  15.  Jahrhundert.
Neben  Adligen  wurden  auch  Bürger  akzeptiert.  Der  Orden  selbst  war
hierarchisch  strukturiert,  mit  einem  Hochmeister  an  der  Spitze.

Quelle:  Vorstand  des  Institut  für  Geschichtliche  Landeskunde  Rheinland-Pfalz  e.V.:  Deutscher  Orden,
Geistlicher  Ritterorden;  Main,  o.].

II.  Die  Deutschritter  im  Baltikum.

Herzog  Konrad  von  Masowien  ersuchte  beim  Deutschritterorden
Unterstützung  bei  der  Christianisierung  der  heidnischen  Pruzzen  (die
alten  Preußen)  im  Baltikum.  Hermann  von  Salza,  der  damalige  Hochmeister,
  sagte  die  Unterstützung  des  Ordens  zu.  Im  Gegenzug  wurde
den  Rittern  das  Kulmer  Land  versprochen,  ein  Landstrich  östlich  der
Weichsel.  Im  Vertrag  von  Kruschwitz  wurde  die  Schenkung  1230  verbrieft.
  Eine  besondere  Festlegung  sei  an  dieser  Stelle  erwähnt,  denn
sämtliche  zukünftige  Eroberungen  altpreußischer  Gebiete  sollten  von
da  an  in  den  ewigen  Besitz  des  Ordens  übergehen.  Die  Kontinuität
der  preußischen  Souveränität  wird  hier  bereits  ersichtlich.

Quelle:  Jaenicke,  Hermann:  Die  deutsche  und  die  brandenburgisch-preußische  Geschichte  (Geschichtswerk  für  höhere
Lehranstalten,  4a),  Zweiter  Teil  (Lehrausgabe  der  Obertertia):  preußisch-deutsche  Geschichte  bis  zum  Tode  Friedrichs
des  Großen;  Elfte,  nach  dem  Ministerialerlaß  von  1915  veränderte  und  verbesserte  Aufl.;  Weidmannsche  Buchhandlung
Berlin,  1916;  $.  29.

Dank  von  Salzas  vermittelnder  Rolle  kam  es  außerdem  zur  Aussöhnung
  zwischen  Kaiser  Friedrich  I.  und  Papst  Gregor  IX.,  wodurch
  der  Hochmeister  in  der  Bulle  von  Rieti  die  Bestätigung  erhielt,
daß  das  Kulmer  Land  und  sämtliche  weiteren  Erwerbungen  im
Gebiet  der  Pruzzen  dem  Deutschen  Orden  zu  ewig  freiem  Besitz
überlassen  wurden.

Quelle:  Potrimpus  UG  (Geschäftsführer  Manfred  Höhne):  Die  Geschichte  des  Deutschen  Ordens  von  seiner  Gründung
bis  zum  Einmarsch  ins  Prußenland;  Bad  Saarow,  o.  ].

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