Teil  7.  Die  Reichskriegsflagge  im  Völkerrecht.

wurden,  fand  man  im  ‚neuen  Deutschland‘  eine  musterhafte
Ordnung.“

Quelle:  Hermann  Jaenicke:  Die  Deutsche  und  die  Brandenburgisch-Preußische  Geschichte.
Zweiter  Teil:  Preußisch-Deutsche  Geschichte  bis  zum  Tode  Friedrichs  des  Großen.

IV.  Die  Schlacht  von  Tannenberg.

Anfang  des  15.  Jahrhunderts  stellte  das  Ordensland  eine  bedeutende
Wirtschaftsmacht  im  Ostseeraum  dar.  Ihm  gehörten  wichtige
Hansestädte  wie  Thorn,  Danzig  und  Königsberg  an.

Neben  den  Litauern  gab  es  auch  Differenzen  mit  dem  Königreich
Polen;  zwei  ständige  Unruheherde  in  der  Region.  Erst  ein  Militärbündnis
  zwischen  Litauen  und  Polen  ermöglichte  einen  vernichtenden
  Schlag  gegen  den  Deutschritterorden  in  der  Schlacht  von
Tannenberg.  Dies  hatte  zur  Folge,  daß  die  Deutschritter  im  ersten
Thorner  Frieden  von  1411  Ländereien  abgeben  mußten.  Besonders
schwerwiegend  fiel  jedoch  das  finanzielle  Desaster  ins  Gewicht.  Der
Orden  erholte  sich  von  dieser  Niederlage  nie  mehr  vollständig.

V.  Die  Entstehung  des  Preußischen  Bundes.

Der  tiefen  Spaltung  zwischen  dem  Orden  und  dem  polnischlitauischen
  Bund  folgten  zwischen  1414  und  1433  drei  weitere  Kriege.
Der  militärisch  geschwächte  Orden  zog  sich  zunehmend  auf  seine
befestigten  Liegenschaften  zurück  und  überließ  das  offene  Land  dem
Gegner.  Der  verwüstete  die  ungeschützten  Regionen.  In  der  Folge
achteten  Handelsstädte  und  Landbevölkerung  mit  Argusaugen
darauf,  daß  sie  auf  Abstand  zu  den  Kriegen  des  Ordens  samt  der  zu
erwartenden  Verheerungen  blieben.

Innenpolitisch  begann  es  zwischen  Orden  und  Ständen  zu
rumoren.  Um  wenigstens  einen  Teil  der  Kriegskosten  zu  kompensieren,
  führte  der  Orden  nämlich  einen  unbeliebten  Warenzoll
(Pfundzoll)  ein.

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