Vorwort.

Das  Leben  Kaiser  Wilhelms  I.  zu  schreiben,  ist  die  dankbarste  Aufgabe,
  die  ein  Geschichtschreiber  sich  wünschen  mag.  Denn  je  tiefer  er
in  seine  Aufgabe  eindringt,  in  um  so  hellerem  Glanze  strahlt  ihm  des
großen  Haisers  Bild  entgegen.  War  doch  bis  zur  Ungerechtigkeit  gegen
sich  selbst  Maiser  Wilhelm  bescheiden,  stets  selbstlos  hinter  den  Delfern
und  Genossen  seines  Wirkens  zurücktretend,  so  daß  schon  ein  tieferes
Studium  dazu  gehört,  um  zu  erkennen,  daß  des  Naisers  Anteil  an  seinen
großen  Erfolgen  ein  viel  bedeutenderer  war,  als  es  bei  oberflächlicher
Betrachtung  den  Anschein  hat.  Darum  tritt  mit  tiefster  Überzeugung
der  Derfasser  dafür  ein,  daß,  wenn  je  einem  Fürsten,  so  Kaiser  Wilhelm
der  Zeiname  des  Großen  gebühre.

Meunzehn  Fürsten  sind  es,  denen  bisher  die  Weltgeschichte  den  Beinamen
  des  Großen  beigelegt  hat;  aber  bei  der  Hälfte  von  diesen  endigt
die  Anerkennung  an  den  Grenzen  ihres  Landes:  nur  neun  behaupten
die  Ehre  des  Beinamens  mit  allgemeiner  Sustimmung.  Und  fragen
wir,  was  diesen  neun  gemeinsam  ist,  so  ist  es  die  Anerkennung,  daß  sie
etwas  Neues,  groß  und  dauernd,  geschaffen  haben.  Dies  aber  ist  es,
was  uns  das  klare  Recht  giebt,  diesen  wahrhaft  großen  Herrschern  unsern
Haiser  Wilhelm  zuzugesellen.  Mit  freudigster  Sustimmung  begrüßen  wir
daher  die  Entscheidung,  die  bei  der  Einweihung  des  Kaiser  Wilhelmlanals
  kein  Geringerer  als  unsres  Kaisers  und  Hôönigs  Majestät  Selbst
gegeben  hat.