12  Erstes  Kapitel.

Segen  häuslichen  Glückes.“  Und  er  schloß:  „Der  Hof  und  die  ganze
Nation  erwarten  von  Ihnen  ein  glänzendes  Beispiel.  Schöne,  gesegnete
und  heilige  Verbindung,  die  solche  Erwartungen  wecken,  so  viele  Segnungen
  ankünden  kann!“

Das  „Kleine  Palais“,  einst  für  Friedrich  den  Großen  hergerichtet,
jetzt  Palais  der  Kaiserin  Friedrich,  damals  aber  sehr  schlicht  innen  und
außen,  wurde  dem  kronprinzlichen  Paare  als  Wohnung  überwiesen,
während  in  dem  daneben  liegenden,  durch  einen  bedeckten  Gang  damit
verbundenen  „Orinzessinnen-Halais“  Hrinz  Ludwig,  dessen  Dermählung
mit  der  Berzogin  Friederike  zwei  Tage  nach  der  des  Kronprinzen  stattgefunden
  hatte,  sein  Heim  gewann.  So  blieben  auch  nach  ihrer  Dermählung
  die  fürstlichen  Schwestern  ungetrennt  und  lebten  um  so  leichter
und  freudiger  in  die  größeren  Derhältnisse,  in  die  neuen  Oflichten  sich  ein,
welche  die  Dermählung  ihnen  gebracht  hatte.  Und  die  warmherzige,
aber  scharf  beobachtende  Oberhofmeisterin  schrieb  beim  Jahresschluß  befriedigt
  in  ihr  Tagebuch:  „Die  Hrinzessin  ist  wirklich  anbetungswürdig,
so  gut  und  so  reizend  zugleich;  und  der  Kronprinz  ist  ein  so  redlicher,
vortrefflicher  Mann,  daß  man  ihm  das  seltene  Glück  einer  solchen  Ehe,
den  Besitz  eines  solchen  Engels  innig  gönnt.“