Im  Sonnenschein  der  Kindheit.  23

Arbeitszimmer  arbeitete,  spielten  die  königlichen  Kinder  in  fröhlicher  Cust
auf  dem  Rasen.  Eines  Abends  —  der  Bischof  Exlert  hat  uns  die
Szene  aufbewahrt  —  fuhren  die  königlichen  Eltern  leise  durch  das  Schilf
mit  dem  Boot  heran  und  standen  unerwartet  vor  den  aufjubelnden  Kin—-dern.
  Nun  blieben  sie,  wie  der  kleine  Kronprinz  bat,  alle  zusammen:
man  lagerte  sich  auf  ausgebreiteten  Teppichen.  Munter  spielten  die  Kinder
umher.  Die  Königin  lehnte  sanft  ihr  Haupt  an  die  Schulter  des  Königs,
seine  Hand  in  der  ihrigen  haltend.  Mit  einem  Ausdruck  tiefer,  heiterer

Der  König  stellt  der  Königin  am  heiligen  Abend  1803  die  „drei  nenen  Rekruten“  vor.

Ruhe  blickte  sie  nach  der  untergehenden  Sonne  hin;  wie  verklärt  von
Glück  und  Dank  erschienen  ihre  Züge.

In  jedem  Jahre  pflegte  auch  die  kleine  Reise  nach  Freienwalde
gemacht  zu  werden,  wo  die  Königin-Mutter  allsommerlich  ihr  stilles
Schlößchen  bewohnte.  Dann  ging  es  dort  auf  ein  paar  Tage  gar  fröh—
lich  zu.  Die  liebe  Großmutter  hatte  der  munteren  Enkelschar  einen  Ceierkasten,
  die  „Dogelorgel“  genannt,  geschenkt  und  damit  den  Anstoß  zu  den
Konzerten  gegeben,  die  der  kleine  Kronprinz  auf  dem  Hofe  arrangierte.
Der  spielte  auf  der  Dogelorgel  die  Hapagenoarie,  Drinz  Wilhelm  trom-