Im  Sonnenschein  der  Kindheit.  25

junge  Prinz  Wilhelm  auch  im  September  1806  den  Einmarsch  des
Dragonerregiments  Ansbach--Bayreuth  in  Berlin  mit  an,  dem  die  Königin
Cuise,  zum  Chef  des  Regiments  ernannt,  gekleidet  in  einen  Spenzer  in
den  Regimentsfarben,  in  einem  Wagen  voranfuhr.  Daß  zu  dem  liebsten
Spielzeug  des  Prinzen  Bleisoldaten  gehörten,  die  mit  Hilfe  eines  Cineals
ihre  Schwenkungen  ausführten,  mag  auch  noch  erwähnt  sein.
Unterdessen  hatte
auch  für  den  Prinzen
der  regelmäßige  Unterricht
  begonnen.  Auf
Empfehlung  des  Kanzlers
  Niemeyer  in  Halle
war  der  Magister  Friedrich
  Delbrück,  Lehrer
am  Kloster  Unserer  lieben
  Frauen  in  Magdeburg,
  zum  Erzieber
des  Kronprinzen  berufen
  worden.  Er
werde,  schrieb  Nie—
meper  an  die  Königin,
der  Seele  des  Orinzen
keine  anderen  Grundsätze
  einflößen,  als  die
einer  echten  Bumani-=tät,
  einer  reinen  Moral
  und  einer  praktischen
  Religiosität.  Am
24.  Juli  1800  trat
Delbrück  sein  Amt  an.  Bei  seiner  glänzenden  Begabung  machte  der  kleine
Kronprinz  die  raschesten  Fortschritte  bei  ihm.  Daber  wurde  Delbrück  einige
Jahre  später  auch  der  Unterricht  des  jungen  Drinzen  Wilhelm  anvertraut
in  der  Weise,  daß  er  die  beiden  Hrinzen  in  manchen  Gegenständen  zusammen,
in  anderen  jeden  für  sich  zu  unterrichten  hatte.  Dennoch  blieb  es  eine
nicht  leichte  Aufgabe  für  den  jungen  Hrinzen  Wilhelm,  mit  dem  um
zwei  Jahre  älteren  Kronprinzen  gleichen  Schritt  zu  halten.  Der  Dersuch
indes  gelang.  Zei  seinen  sehr  guten  Fähigkeiten  fand  sich  Prinz  Wilhelm
schnell  in  die  Aufgaben  hinein.  Mit  6  ½  Jahren  konnte  er  schon  fließend
lesen.  Mit  Rührung  betrachten  wir  im  Bohenzollern-Museum  jenes  un—

Militürischer  Anterricht  beim  Unteroffizier  Pennstein.