Kõnigsberg  und  Memel.  47

fast  die  Hälfte  seiner  Länder  nahm  und  die  ihm  verbleibende  Hälfte
durch  eine  ganz  unerschwingliche  Kontribution  erdrückte.

Jetzt  war  die  ganze  königliche  Familie  wieder  in  Memel  vereint.
Schlimmer,  als  jede  Erwartung  war,  hatte  das  Schicksal  Preußens  sich
gewendet.  Dennoch  war  der  Uönig  ruhig  und  gefaßt,  ein  Trost  für  die
tieftraurige  Königin,  die  der  Schmerz  über  das  Unglück  des  Daterlandes,
über  die  haltlose  Schwäche  des  Bundesgenossen  niederbeugte.  Eine  wahre

Erster  Dienst  des  Prinzen  Wilhelm  zu  Memrsl  um  3.  Ghtobrr  1807.

Erquickung  in  ihrem  Rerzeleid  waren  ihr  die  vielen  Beweise  von  Anhänglichkeit
  und  VDerehrung,  die  dem  Könige  aus  allen  Teilen  seines
Landes,  nicht  zum  wenigsten  auch  aus  den  abgetretenen  Hrovinzen  zugingen.


Bis  in  die  königliche  Familie  hinein  warf  der  unselige  Friedensschluß
seine  Schatten.  Um,  so  viel  er  konnte,  zur  Aufbringung  der  Kontribution
beizutragen,  ließ  der  König  die  Hofhaltung  auf  das  äußerste  einschränken.
Das  reiche  silberne  Tafelservice,  das  der  prachtliebende  König  Friedrich  I.
einst  für  die  königliche  Tafel  hatte  anfertigen  lassen,  wurde  in  Holland
verkanft.  Freudig  opferte  auch  die  Königin  ihren  Juwelen--Schmuck,  und