Das  Jahr  1848.  165

Moch  immer  tief  aufgeregt  war  die  Hauptstadt.  Als  Siegerin  fühlte
sich  die  Revolution.  Wer  irgend  gegen  sie  gewesen,  den  denunzierten  die
Hetzer  als  „Verräter“  den  aufrührerischen  Haufen  und  leiteten  diese  an,
wenigstens  das  Eigentum  der  Volksfeinde  zu  verwüsten.  Wilder  aber
wurde  gegen  niemand  der  Haß  geschürt,  als  gegen  den  Prinzen  von
Preußen,  dessen  mannhaften  und  energischen  Sinn  die  Hetzer  vor  allem
fürchteten.  Am  Vormittage  des  20.  März  umtobte  eine  wüste  Rotte  sein
Palais  in  Berlin.  Der  Bürgerwehrposten  vor  dem  Eingange  verzog  sich,
und  einige  freche  Schreier  schlugen  unter  zustimmendem  Gejohle  der

Rettung  des  Palais  des  Prinzen  von  Prerußen  am  20.  März  1848.

Menge  vor,  Feuer  an  das  Halais  zu  legen.  Wirkungslos  verhallten
die  Mahnungen  einiger  besonnener  Männer,  die  auf  die  große  Gefahr
hinwiesen,  welche  dadurch  der  anstoßenden  Königlichen  Bibliothek  und
ihren  unersetzlichen  Schätzen  drohe.  Schon  nahte  —  erzählt  Georg  Hiltl
als  Augenzeuge  —  vom  Cpernplatz  her  ein  mit  Fackeln  versehener  Sug,
zwei  Kerle  voran,  die  Anweisung  gaben,  wie  das  Halais  in  Brand  zu
stecken  sei.  Da  stieg,  ohne  auf  das  wüste  Toben  zu  achten,  ein  schlichter
Bürgersmann,  Farbentopf  und  Oinsel  in  der  Hand,  auf  einer  kleinen
Stehleiter  empor  und  malte  rechts  und  links  von  der  Auffahrtsrampe
das  Wort  „National-Eigentum“  auf  die  Wand  des  Halais.  Tiemand