170  Drittes  Kapitel.

„Sie  können  sich  denken,  mein  lieber  General“,  schrieb  der  Hrinz
am  2.  Mai  an  Wrangel,  „mit  welcher  Freude,  mit  welchem  Interesse
ich  die  Nachrichten  empfangen  habe  über  die  am  25.  April  und  folgenden
Tage  stattgehabten  Gefechte  bei  Schleswig  und  Flensburg;  die  mir  vorliegenden
  Berichte  legen  ein  rühmliches  Zeugnis  ab  für  die  Tapferkeit
und  Ausdauer  der  Truppen,  welche  in  jenen  Tagen  für  Deutschlands
Ehre  unter  Ihrer  Führung  siegreich  gefochten.  Den  Erwartungen,  welche
ich  stets  von  dem  bewährten  Geiste  unseres  preußischen  Heeres  gehegt,
haben  die  bei  Schleswig  fechtenden  Truppen  vollkommen  entsprochen.
Ich  bin  stolz  darauf,  die  Mehrzahl  derselben  in  zwei  verschiedenen
Armeccorps  während  einer  Reihe  von  Jahren  befehligt  zu  haben!  Schon
aus  diesem  Grunde  ersuche  ich  Sie,  den  Offizieren  und  Soldaten  der
unter  Ihrem  Befehle  stehenden  Truppen  meine  ganze  Teilnahme,  meine
Achtung  und  meinen  Glückwunsch  zu  dem  glorreich  erfochtenen  Siege
aussprechen  zu  wollen.“

Sehr  gern  kam  der  General  diesem  Wunsche  nach  und  machte  das
Schreiben  den  Truppen  bekannt.  Durch  kräftige  Hochs  auf  den  Prinzen
gaben  diese  ihrer  Freude  über  die  Anerkennung  Ausdruck.  Freilich  in  der
Daulskirche  in  Frankfurt,  wo  damals  das  Vorparlament  tagte,  erregten
diese  Hochrufe  Anstoß.  Ein  Abgeordneter  scheute  sich  nicht,  daraufbin
den  Geist  der  preußischen  Soldaten  als  „reaktionär"  zu  bezeichnen.  Allein
Graf  Goltz,  des  Hrinzen  Aldjutant,  belehrte  ihn  durch  einige  nachdrückliche
  Seilen  von  London  aus,  daß  „dem  Hrinzen  von  Hreußen  sein  mannhafter
  TCharakter  und  seine  Gesinnungen  schon  immer  die  Ciebe  seiner
Untergebenen  erworben  hätten:  und  aus  dieser  seien  jene  Lebehochs  hervorgegangen.“
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Patriotischen  Ruhm  über  alle  aber  erwarb  sich  damals  der  Kreistag
des  Kreises  Belgard  in  Pommern,  der  eine  Adresse  an  den  Prinzen,  wo
alles  sich  von  ihm  wie  von  einem  Verbannten  abwandte,  richtete  und
ihn  bat,  zurückzukehren  und  in  seiner  Mitte  zu  weilen.  Das  that  dem
Prinzen  wohl.  „Mit  Freude  und  Rührung“  —  antwortete  er  den  treuen
Kreisständen  —  „habe  ich  die  Adresse  der  zum  Belgarder  Kreistage  ver—
sammelt  gewesenen  Stände,  welche  an  mich  die  Aufforderung  enthält,
in  Ihre  Mitte  zurückzukehren,  entgegengenommen.  Sie  war  mir  ein
neuer  Beweis  jener  Liebe  und  Anhänglichkeit,  welche  die  treuen  Pommern
gegen  das  königliche  Haus  und  gegen  mich  so  oft  bethätigt  haben.

„Ihre  Adresse  hat  meinem  Herzen  wohlgethan,  und  ich  spreche  Ihnen
für  dieselbe  meinen  Dank  aus,  um  so  mehr,  als  ich  vollkommen  Ihre
in  derselben  ausgesprochene  Gesinnung  teile:  daß  Sie  die  in  eine  kon-