194  Viertes  Kapitel.

Das  sprach  der  Prinz  als  seine  Überzeugung  in  diesen  Tagen  aus,
als  er  am  5.  Mai  seinen  Sohn,  den  Prinzen  Friedrich  Wilhelm  bei  dessen
Eintritt  in  das  erste  Garderegiment  geleitete.  Im  Custgarten  zu  Hotsdam
  war  das  Regiment  angetreten.  „Meine  Berren“  —  wandte  sich
der  Prinz  an  das  Offiziercorps  —  „ich  kann  mir  die  Freude  nicht  versagen,
  Ihnen  persönlich  meinen  Sohn  als  Rekruten  zuzuführen.  Sie
mögen  sich  denken,  mit  welchen  Gefühlen  ich  dies  thue.  Ich  empfehle

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Der  Prinz  von  Preußen  stellt  seinen  Sohn  dem  Gffizierrorns  des  1.  Garderegiments  vor
(3.  Mai  1849).

ihn  Ihrer  Kameradschaft.  Er  ist  in  einer  schweren  Seit  dem  praktischen
Leben  entgegengewachsen.  Er  hat  im  vorigen  Jahre  zum  erstenmal
einen  Kampf  —  und  den  seines  eigenen  Regiments  —  gesehen,  der,
wenn  auch  siegreich,  doch  gegen  einen  unehrlichen  Feind  geführt  ward.
Er  hat  gesehen,  was  es  heißt,  wenn  eine  Truppe,  eine  siegreiche  Truppe
in  schweigendem  Gehorsam  und  mit  Schmach  bedeckt,  unter  den  schwersten
Derhältnissen  festhält  an  der  Disziplin  und  GOrdnung,  wenn  eine  Armee
unerschütterlich  bleibt  in  ihrer  Treue.  Und  er  wird  vielleicht  bald  Ge-