Der  Feldzug  in  Baden.  197

Dreußen,  das  allein  ihnen  jetzt  Hilfe  gewähren  könne;  zugleich  richtete
sie  an  Dreußen  das  Ersuchen,  außer  dem  einen  Bataillon,  das  Hreußen
als  sein  Kontingent  zu  dem  Neckarcorps  gestellt  hatte,  noch  weitere
militärische  Hilfe  zur  Uberwindung  des  Aufstandes  zu  gewähren.  Alllein
der  König  von  Dreußen  wies  diesen  Antrag  der  Zeichszentralgewalt
zurück,  da  er  entschieden  sei,  nur  denjenigen  Staaten  seine  Hilfe  angedeihen
  zu  lassen,  die  dem  Drei-Königsbündnisse,  dessen  Abschluß  Hreußen
in  diesen.  Tagen  betrieb,  beitreten  würden.  Infolgedessen  wiederholten
nun  die  drei  Regierungen  direkt  in  Berlin  ihr  Ersuchen  um  Hilfe  und
erhielten  sofort,  ohne  daß  Bavern  jenem  Bündnisse  beitrat,  die  Susage
des  Königs.  Denn  hatte  Friedrich  Wilbelm  auch  die  Kaiserkrone  zurückgewiesen,
  so  lag  ihm  doch  daran,  als  der  Schirmberr  Alldeutschlands  zu
gelten.  Swei  preußische  Armeecorps,  das  eine  von  dem  General  von
Hirschfeld,  das  andere  von  dem  General  Grafen  von  der  Gröben
geführt,  setzten  sich  daher  gegen  die  Pfalz  und  Rheinhessen  in  WMarsch,
um  im  Derein  mit  dem  Reichscorps  den  Aufstand  niederzuwerfen.  Den
Oberbefehl  über  die  beiden  preußischen  Corps  erhielt  der  Drinz  von
Dreußen.  Unverzüglich  begab  er  sich  von  Babelsberg  nach  Mainz.

Micht  ohne  Erfolg  hatte  bisber  das  Reichscorps  allein  den  Kampf
gegen  die  Insurgenten  geführt.  Es  hatte  ihnen  Worms  wieder  abgenommen,
  die  badischen  Freischärler  unter  Sigel  bei  Heppenheim  geschlagen,
die  schon  bis  Fürth  vorgedrungenen  Insurgenten  zum  Rückzuge  genötigt,
und  stand  nun  an  der  hbessisch-badischen  Grenze,  RKeidelberg  und  Wannheim
  gegenüber,  dem  VDordringen  der  Freischaren  zu  wehren.

In  der  Hfalz  betrug  die  Macht  der  Aufständischen  mit  Einschluß
mehrerer  Freicorps  15000  Mann  mit  8  Geschützen;  den  Oberbefehl  über
dieselbe  führte  der  Gsterreicher  Fenner  von  Fenneberg,  der  einige  Stunden
in  dem  Kampfe  Wiens  gegen  den  Fürsten  Windischgrätz  die  Wiener
Mobilgarde  kommandiert  hatte.  Indes  nach  wenigen  Tagen  trat  er
zurück,  und  der  Landesausschuß  übertrug  den  Gberbefehl  dem  polnischen
Insurgentenführer  Sznpade,  der  von  Geburt  ein  Deutscher  Namens
Schneider  war.

Den  Gberbefehl  über  die  badischen  Freischärler,  die,  12  000  Mann
mit  24  Geschützen  und  1200  Dferden  stark,  fast  die  gesamte  badische
Armee  in  sich  schlossen,  hatte  Sigel  nach  seiner  Niederlage  bei  Beppenheim
  niederlegen  müssen.  Zu  seinem  Nachfolger  berief  der  Landesausschuß
  aus  Haris  den  Holenführer  Mieroslawski,  als  Oberfeldherrn  ihn
zugleich  auch  über  das  pfälzische  Heer  setzend.  Seine  Aufstellung  hatte
dies  badische  Corps  bei  Beidelberg  bis  gegen  Weinbeim;  mit  seinem