Der  Feldzug  in  Baden.  209

nierung  der  Festung  für  ausreichend.  Denn  es  war  vorauszusehen,  daß
auch  diese  schon  durch  den  Mangel  an  Lebensmitteln  bald  zur  Übergabe
der  Festung  führen  mußte.  Wohl  wurden  auch  Bomben  und  glühende
Kugeln  in  die  Festung  geworfen,  aber  nur  um  die  Belagerten  zu  schrecken.
Und  es  genügten  auch  wenige  Wochen,  um  diese  zu  der  Überzeugung  zu
bringen,  daß  die  Festung  nicht  zu  halten  sei.  Entsatz  konnte  von  nirgendher
  erwartet  werden;  sich  durchzuschlagen  war  auch  unmöglich.  So  ergab
  sich  denn  am  25.  Juli  die  Festung  auf  Gnade  und  Ungnade.

Die  Aufständischen  strecken  am  24.  Juli  1849  bei  Rastatt  die  Waffen.

Am  Tachmittage  ließ  der  Hrinz  von  Hreußen  die  für  die  Entwaffnung
  aufgestellten  preußischen  Truppen  antreten.  In  lauter  und  fester
Sprache  dankte  er  ihnen  für  die  Anhänglichkeit,  die  sie  dem  Könige
und  dem  Daterlande  bewiesen,  für  die  Tapferkeit,  die  sie  überall  gezeigt,
  für  die  Bereitwilligkeit,  mit  der  sie  sich  allen  Mühen  und  Gefahren
  unterzogen.  „In  wenig  Augenblicken",  schloß  er  eindringlich
die  Stimme  erhebend,  „werdet  ihr  das  traurige  Schicksal  der  Entwaffnung
von  Soldaten  erleben,  die  ihrem  Fürsten  und  ihren  Fahnen  eidbrüchig
geworden  sind:  die  entehrendste  Demütigung,  die  es  für  den  Krieger

Kaiser  Wilhelm.  14