Die  Jahre  der  Reaktion.  225

gehört  worden.  Aber  von  aller  Empfindlichkeit  war  er  fern;  ein  getreuer
Sckart,  stand  er  neben  seinem  königlichen  Bruder,  ratend,  warnend,
wie  er  es  für  seine  Oflicht  hielt.

Schon  damals  fiel  das  Auge  des  Drinzen  auf  Bismarck,  der  vom
Dereinigten  Landtage  her  ihm  wohlbekannt  war.  Aus  eigenster  Bewegung
hatte  ihn  der  König  im  Mai  1851  als  ersten  Sekretär  der  Gesandtschaft
dem  preußischen  Bundestagsgesandten,  General  von  Rochow,  zur  Seite  gestellt.

Erste  Degegnung  des  Prinzen  von  Preuben  mit  Pismarck
zu  Frankfurt  a.  M.  am  11.  Juli  1851.

So  sah  ihn  der  Hrinz  in  Frankfurt  wieder,  als  er  dort,  von  sämtlichen  Mitgliedern
  der  Gesandtschaft  auf  dem  Bahnhofe  empfangen,  am  11.  Juli  1851
eintraf.  Er  war  gegen  Bismarck  sehr  wohlwollend,  sprach  aber  doch  auf
der  Fahrt  nach  dem  Hotel  zu  Herrn  von  Rochow  Bedenken  darüber  aus,
daß  dieser  „Landwehrleutnant"  (Bismarck  war  in  Uniform,  die  Brust  mit  der
einzigen  Dekoration,  die  er  besaß,  der  Rettungsmedaille,  geschmückt,  erschienen),
  Aussicht  habe,  demnächst  preußischer  Zundestagsgesandter  zu
werden.  „Die  Wabl  ist  gut!“  entgegnete  der  General.  „Bismarck  ist  frisch,
kräftig;  er  wird  gewiß  allen  Anforderungen  Eurer  Königlichen  Hobeit  entsprechen.“

  Las  er  in  der  Sukunft,  worauf  diese  Anforderungen  gingend
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