Ehren=  und  Freudentage.  237

lichen  Derein“,  der  1842  in  Berlin  entstanden  war.  Ein  wichtiger  Schritt
in  der  Entwickelung  desselben  war  der  1850  mit  Genebmigung  des
Hrinzen  gefaßte  Beschluß,  die  Überschüsse  der  Einnahmen  zur  Errichtung
und  Erhaltung  von  Dolksbibliotheken  zu  verwenden.  Denn  durch  diese
wurde  auch  armen  Leuten  die  Gelegenbeit  gewährt,  durch  gute  Bücher
sich  geistig  zu  fördern.  So  zeigte  damals  in  engen  Derhältnissen  die
gütige  Teilnahme  sich,  mit  welcher  der  Hrinz  Motleidende  und  Bedürftige,
allezeit  zu  helfen  bestrebt,  umfangen  hielt.

Unterdessen  hatte  ein  Ereignis  sich  vorbereitet,  das  dem  Hrinzen
von  Hreußen  wie  seiner  Gemahlin  mit  hober  Befriedigung  die  herzlichste

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Denkmünzr  zur  silbernen  Fochzeit  des  Prinzen  von  Preußen.
(Königl.  Mänzkabinett  in  Berlin.)

Freude  zu  bereiten  bestimmt  war:  die  Derlobung  des  jungen  Hrinzen
Friedrich  Wilhelm  mit  Hictoria,  der  Hrinzeß  Ropal  von  Großbritannien
und  Irland.  Die  Freundschaft  der  Eltern  erhielt  durch  die  Liebe  der
Kinder  die  schönste  Bestätigung.  Mit  Wohlgefallen  war  der  junge  Hrinz
bei  seinen  wiederholten  Besuchen  an  dem  so  eng  befreundeten  englischen
Hofe  der  lieblich  erblühenden  Hrinzessin,  der  ältesten  Tochter  des  englischen
  Königspaares,  begegnet.  Bald  fühlte  er  sich  durch  ihre  hohe
Begabung,  durch  ihre  gründliche  Bildung  neben  dem  frischen  Ciebreiz
ihrer  Erscheinung  tiefer  gefesselt,  und  eröffnete,  als  er,  auf  Urlaub  nach
Ostende,  vor  der  Abreise  von  dem  auf  Stolzenfels  weilenden  Könige  Abschied
  nahm,  ihm  mit  der  Bitte,  vorläufig  über  die  Sache  zu  schweigen,
daß  er  nach  England  zu  geben  und  um  die  Hand  der  Hrinzeß  Royal
zu  werben  wünsche.  Sofort  gab  der  König  als  Familienhaupt  seine
Einwilligung  und  hielt  auch  streng  seine  Susage,  bis  der  General  von