246  Sechstes  Kapitel.

Möchte  es  mir  vergönnt  sein,  von  meinen  Teuren,  mich  überlebenden,
  Abschied  nehmen  zu  können.

Sollte  ein  jäher  Tod  mich  ereilen,  so  möge  mein  ganzes  TLeben  eine
Vorbereitung  für  das  Jenseits  gewesen  sein!

Möge  Gott  mir  ein  barmherziger  Richter  sein!

Ein  viel  bewegtes  Leben  liegt  hinter  mir!

Nach  Gottes  unerforschlicher  Fügung  haben  Leid  und  Freude  in
stetem  Wechsel  mich  begleitet.  Die  schweren  Derhängnisse,  die  ich  in
meiner  Kindbeit  über  das  Haterland  einbrechen  sah,  der  so  frühe  Verlust
der  unvergeßlichen,  teuren,  geliebten  Mutter  erfüllte  von  früh  an  mein
Berz  mit  Ernst.  Die  Teilnahme  an  der  Erhebung  des  Daterlandes  war
der  erste  Lichtpunkt  für  mein  Leben.  «

Wie  kann  ich  meinem  heißgeliebten  König  und  Vater  genugsam
danken,  daß  er  mich  teilnehmen  ließ  an  der  Ehre  und  dem  Ruhm  des
Heeres!  Seiner  Führung,  Ciebe,  seiner  Gnade  danke  ich  ja  alles,  was
er  mir  bis  zu  seinem  Tode  vertrauensvoll  erwies.  Die  treueste  Pflichterfüllung
  war  meine  Aufgabe  in  liebender  Dankbarkeit,  sie  war  mein  Glück!

Dem  Könige,  meinem  Bruder,  der  mir  zugleich  vertrauensvoller
Freund  ist,  kann  ich  nie  hinreichend  für  diese  Stellung  zu  ihm  dankbar  sein.

Wir  haben  schöne,  aber  auch  schwere  Seiten  zusammen  durchlebt,
die  uns  aber  immer  enger  verbunden  haben,  vor  allem  die  jüngsten
Jahre,  wo  Derrat  und  Frrungen  das  teure  Daterland  dem  Abgrund
nahe  brachten.  Seiner  Gnade  und  seinem  Dertrauen  danke  ich  es,  daß
ich  in  Deutschland  auf  seinen  Befehl  Ordnung  und  Sucht  herstellen
konnte,  nachdem  er  im  eigenen  Lande  dies  Beispiel  gegeben  hatte.

Alle,  die  mit  mir  durch  Freundschaft  und  Wohlwollen  in  Derbindungtraten
  —  und  ihre  Sahl  ist  nach  Gottes  Weisheit  nicht  gering  gewesen  —
finden  hier  meinen  heißen  Dank  und  zugleich  den  letzten  Dank  für  ihre
Liebe,  mit  der  sie  mir  begegneten.  Diele  sind  mir  in  das  Jenseits  vorangegangen
  —  wie  wird  unser  Wiedersehen  sein?

Allmächtiger!  Du  kennst  meine  Dankbarkeit  für  alles,  was  mir
hienieden  Teures  und  Schmerzliches  begegnete!  In  deine  Zände  befehle
ich  meinen  Geistl!

Amen!“